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Aktuelles







Reaktivierung

6. Dezember 2019



Ankündigung der DB für Streckenreaktivierungen


Die Statistik ist bislang negativ: Während in den vergangenen fünfzehn Jahren 827 Kilometer an Verbindungen für den Personenverkehr und 400 Kilometer für den Güterverkehr der deutschen Bahn reaktiviert wurden, legte die Bahn im gleichen Zeitraum 3600 Kilometer still, nahezu zehn Prozent des Netzes. Doch das Schrumpfen des Netzes soll jetzt ein Ende haben.

Die Deutsche Bahn setzt nach einem Bericht des SPIEGEL eine Sondereinheit ein, die prüfen soll, welche alten Bahnstrecken wieder reaktiviert werden sollten. Gleichzeitig stoppt der Vorstand bis auf Weiteres alle beabsichtigten Stilllegungen von Strecken. Damit will das Unternehmen auf die gestiegene Bedeutung des Schienenverkehrs für den Klimaschutz reagieren. Jahrzehntelang waren immer mehr Gleisstrecken nicht mehr genutzt worden. Mit dieser Strategie soll Schluss sein. „Wir brauchen in Deutschland jeden Kilometer Gleis, um den wachsenden Verkehr zu bewältigen und das System Schiene robuster zu machen”, sagte der Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla dem SPIEGEL.

Die in seinem Ressort angesiedelte Arbeitsgruppe wird sich eine Liste von ausgemusterten Strecken vornehmen, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen in diesem Frühjahr erstellt hat. Die Verbände haben gut 3000 Kilometer Gleis vorgeschlagen, die wieder in Betrieb genommen werden könnten. In vielen Fällen sind die Gleise noch erhalten und können mit verhältnismäßig geringem Aufwand wieder in Betrieb genommen werden.






Klimaschutz im Verkehr
Umweltbundesamt: Klimaschutz im Verkehr, Tagesschau, 5.12.19

6. Dezember 2019



Umweltbundesamt fordert Klimaschutz im Verkehr


Ein Ende jeder Privilegien für Diesel, Dienstwagen und Pendler, ein Tempolimit und höhere Lkw-Maut: Diese Maßnahmen empfiehlt eine Studie des Umweltbundesamtes. Nur so könne Deutschland seine Klimaziele einhalten.
 
Um die deutschen Klimaziele im Verkehr zu erreichen, sind nach Einschätzung des Umweltbundesamtes drastische Einschnitte nötig. Alle Privilegien etwa für Dienstwagen und Dieselkraftstoffe müssten wegfallen, auch die Pendlerpauschale sollte abgeschafft werden, schreibt das Umweltbundesamt (UBA) in einem Positionspapier. Die Klimaziele im Verkehr seien „ambitioniert, aber machbar”.

„Es ist ein Fehlschluss, dass eine klimafreundliche Mobilität generell teurer wird”, heißt es weiter. Entscheidend für die gesellschaftliche Akzeptanz sei aber ein Ausgleich sozialer Härten. Dabei zentral sei die Frage, wie der Staat die zusätzlichen Steuereinnahmen einsetze.

Der Studie zufolge würde die Steuer auf Diesel – der bislang steuerlich begünstigt wird – bis 2030 um gut 70 Cent auf 1,19 Euro je Liter steigen, Benzin würde um 47 Cent teurer. Außerdem müsste die Maut für Lkw stark steigen, auf Autobahnen rasch ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern eingeführt werden.

Die Studie wurde bereits im Juni erstellt, als die Bundesregierung ihr Klimapaket vorbereitete. Das Papier wurde zur Erarbeitung konkreter Vorschläge dem Verkehrsministerium überlassen. Dieses hat die Vorschläge des Umweltbundesamtes nicht aufgegriffen. Jetzt wurde das Papier der „Süddeutschen Zeitung” offenbar zugespielt.






Reaktivierung

27. November 2019



Zweigleisige Vogelsbergbahn plus Reaktivierungen


Die Vogelsbergbahn zwischen Gießen und Fulda ist das Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Vogelsberg. Aus Gründen der Umwelt- und Klimapolitik, zur besseren Erschließung der Region über die Schiene, aber auch zur Lösung der Verkehrsprobleme vor Ort ist ein Ausbau der Vogelsbergbahn unerlässlich. Die 106 Kilometer lange eingleisige Bahnlinie war ursprünglich zweigleisig projektiert. Ein genereller zweigleisiger Ausbau ist notwendig, um die Vogelsbergbahn attraktiver und leistungsfähiger zu machen. Nur so können Standzeiten im Begegnungsverkehr vermieden und im Rahmen eines künftigen Deutschland-Taktes die Anschlussverbesserung und -sicherung gewährleistet werden.

Wer die ländliche Region stärken will, darf nicht Bahnstationen auf dem Lande dicht machen. Durch einen kapazitätssteigernden Ausbau können bereits stillgelegte Bahnhöfe wie Wallenrod wieder in Betrieb genommen werden. Zudem stehen die Kommunen entlang des Schienenstranges in der Verantwortung, endlich Maßnahmen zu ergreifen, ihre Bahnstationen zu modernisieren und barrierefrei umzugestalten. Hier hinken die Bahnhöfe entlang der Vogelsbergbahn, insbesondere im östlichen Abschnitt, noch erheblich hinterher.

Für die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung beschlossene Verdopplung der Fahrgastzahlen im Eisenbahnverkehr ist die Wiederbelebung stillgelegter Strecken ein wichtiger Schritt. Mit diesen neuen, alten Eisenbahnverbindungen kann der Schienenverkehr nicht nur in Ballungsräumen, sondern auch in ländlichen Regionen schnell gestärkt werden und Deutschland beim Klimaschutz rasch vorankommen. Inzwischen hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer seine Unterstützung erklärt und schlägt in einem Gesetzentwurf vor, auch die Reaktivierung von Eisenbahnstrecken künftig aus den deutlich erhöhten Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) zu fördern.

Um die Ost-West-Bahnverbindung in der Region deutlich zu verbessern und den Anschluss an die Vogelsbergbahn herzustellen, kommen zwei Reaktivierungen in Frage: die Lumdatalbahn zwischen Lollar und Grünberg und die Ohmtalbahn zwischen Kirchhain und Burg- und Nieder-Gemünden. Die zweigleisige Vogelsbergbahn und die Reaktivierungen wären ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des ÖPNVs, für eine Verkehrswende, für die Stärkung des ländlichen Raums in Mittelhessen.





Fahrradstraße

15. November 2019



Erste Fahrradstraßen in Gießen - Tempo 100 auf Autobahnen in den Niederlanden


Drei erste Fahrradstraßen werden im kommenden Frühjahr in Gießen ausgewiesen.  „Fahrradstraßen bringen mehr Lebensqualität im Quartier. Es wird dort leiser und durch weniger Lärm und Abgase auch gesünder”, erklärt Katja Bürckstümmer, Radverkehrsbeauftragte der Stadt Gießen, bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus. Wie zuvor Bürgermeister Peter Neidel (CDU) erläutert sie, dass ein Fahrrad-Streckennetz in Gießen entsteht. Die Planungen dafür sollen mit möglicher Bürgerbeteiligung im nächsten Jahr erfolgen. „Das ist ein wichtiges Zeichen. Wir wollen das Fahrradfahren attraktiver machen”, ergänzt der Bürgermeister.

Für Luftreinhaltung und Klimaschutz hat die Niederlande jetzt Tempo 100 auf Autobahnen tagsüber beschlossen. Die bisherige Höchstgeschwindigkeit von Tempo 130 ist künftig nur noch zwischen 19 Uhr abends und sechs Uhr früh erlaubt.

Ein Tempolimit ist eine sofort umsetzbare, wirksame und kostengünstige Maßnahme, die nachweislich klimaschädliche CO2-Emissionen senkt. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele. Gleichzeitig reduziert ein Tempolimit die Belastung mit Stickstoffdioxid und trägt dazu bei, die Hintergrundbelastung mit Schadstoffen in der Luft einzudämmen.

Während die deutsche Bundesregierung als letzter zivilisierter Staat ein Tempolimit ablehnt und zudem die steuerliche Förderung von bis zu drei Tonnen schweren Verbrenner-SUVs bis 2031 einführen möchte, machen die Niederlande Ernst mit wirksamen Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Verringerung der Stickoxid-Emissionen, aber auch für mehr Verkehrssicherheit. Eine Allianz aus der Gewerkschaft der Polizei NRW, Kirchen, Unfallopfer- sowie Umwelt- und Verbraucherverbänden fordert ein generelles Tempolimit. Zuletzt hatte laut Medienberichten selbst der ADAC seinen harten Widerstand gegen ein Tempolimit beendet.





keine A49

11. November 2019



A49-Resolution der Alsfelder Stadtverordnetenversammlung


Stadtpolitik ist eine grundlegende Voraussetzung für das Leben demokratischer Werte. Auf der Alsfelder Stadtverordnetenversammlung am 7. November 2019 wurde im Eilverfahren eine Resolution zum Weiterbau der A49 verabschiedet. Der hetzerische und hasserfüllte Redestil dabei hat uns entsetzt und zu einem offenen Brief veranlasst.

  • Offener Brief „Alsfelder Stadtverordnetenversammlung vom 07.11.2019”
  • Resolutionstext der Alsfelder Stadtverordnetenversammlung „Weiterbau A49
  • Resolutionstext der Grünen und Linken des Vogelsbergkreises „Baustopp A49





Mobil-Flatrate
Mobil-Flatrate, Tagesschau, 1.11.19

1. November 2019



Deutschlands erste Mobil-Flatrate


Neun Uhr morgens am Augsburger Königsplatz. Hier ist ein wichtiger Knotenpunkt im Augsburger Nahverkehr, Bus und Straßenbahn rumpeln im Minutentakt vorbei, Fahrgast um Fahrgast steigt ein und aus und eilt seines Weges.

Wenn es nach den Stadtwerken Augsburg geht, sollen in Zukunft noch viel mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und am besten das eigene Auto stehen lassen. Ein konkreter Versuch dazu startet heute: Die Stadtwerke bieten die „Mobil-Flat” an, bundesweit das erste Angebot dieser Art. Die Kunden sollen im Augsburger Stadtgebiet alle Verkehrsarten zum monatlichen Festpreis nutzen können: Bus, Straßenbahn, Carsharing und Leihrad.

Die Stadtwerke haben ein Jahr lang mit 50 Testnutzern ausgelotet, wie eine solche Flatrate aussehen kann. Herausgekommen sind zwei Pakete: 79 Euro monatlich kostet das kleine Paket, 109 Euro das große. „In beiden Paketen kann ich so viel Bus und Straßenbahn fahren, wie ich möchte, und bis zu 30 Minuten mehrmals am Tag ein Leihrad nutzen”, erklärt Jürgen Fergg von den Augsburger Stadtwerken. Der Preisunterschied betrifft das Carsharing: Im kleinen Paket kann der Abonnent bis 15 Stunden oder bis zu 150 Kilometer das Auto nutzen, im großen Paket bis 30 Stunden ohne Kilometerbegrenzung.

Aber wie wollen die Stadtwerke die neue Mobil-Flatrate finanziell stemmen? „Wir können diese Flatrate nur deshalb anbieten, weil wir sowohl den ÖPNV als auch Carsharing und Rad unter einem Dach vereinen”, sagt Jürgen Fergg. Der öffentliche Nahverkehr sei immer ein Defizitgeschäft. Die einfache Rechnung der Stadtwerke: Mit der neuen Mobilflat wollen sie noch mehr Kunden gewinnen, dann rentiere sich sowohl der ÖPNV als auch das Carsharing immer stärker.

Die Menschen wollen flexibel sein, schnell und günstig von A nach B kommen. Der Verkehrsforscher Harald Kipke von der Technischen Hochschule Nürnberg bewertet die Augsburger Mobil-Flat deswegen als Schritt in die richtige Richtung. Daran könnten sich andere Städte ein Beispiel nehmen. Es komme aber auf die Umsetzung an: „Die Frage ist natürlich, ob die Erwartungen erfüllt werden. So ein System muss sehr leicht zugänglich sein für die Nutzer”, erklärt Kipke. Man könnte das Angebot zudem noch ausweiten, indem etwa auch Lastenfahrräder mit in die Flatrate genommen werden.

Der Verkehrsforscher denkt noch einen Schritt weiter: Was, wenn man solche Flatrate-Angebote nicht nur auf eine Stadt beschränkt, sondern diese auch landesweit, bundesweit oder vielleicht sogar europaweit nutzen könnte? „Es muss möglich sein, dass auch jemand ohne Auto ohne große Einbußen flexibel leben kann. Und genau da müssen wir hin”, sagt Kipke.





SPD-Check
Bewertung der Umweltverbände „Umweltpolitische Positionen der nominierten Kandidat*innenduos zum SPD-Vorsitz

27. Oktober 2019



Zweimal SPD und Klimaschutz: Mitgliedervotum und Tempolimit-Abstimmung


Vor dem SPD-Mitgliedervotum zum Parteivorsitz hatten Umweltverbände die antretenden Duos genauer angeschaut und mit Blick auf ihre umweltpolitischen Aussagen einer Bewertung unterzogen. Klara Geywitz und Olaf Scholz sind bedauerlicherweise nicht in den Dialog mit den Verbänden getreten. Der Finanzminister, der SPD-Chef werden will, verantwortet ein Klimapaket mit, das viel zu wenig für den Klimaschutz bringt und obendrein unsozial ist.

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben im Vorfeld des Votums erklärt, sie wollen soziale Gerechtigkeit und Ökologie in Einklang zu bringen. Dazu finden sich in Ihrem Programm Konzepte, mit denen das gelingen kann. Das könnte für die SPD eine neue starke Rolle in der sozial gerechten Gestaltung der tiefgreifenden Dekabonisierungsschritte in Industrie, Mobilität und Energiewirtschaft bedeuten.

In ihrer Programmatik muss die Sozialdemokratie für die Themen streiten, die für die Mehrheit der Menschen relevant sind. Konsequenter Klimaschutz gehört dazu. Die Partei der Solidarität und der internationalen Gerechtigkeit hat die Begrenzung der Klimakrise auf 1,5 Grad zu ihrem Leitbild gemacht. Auf die möglichen neuen Parteivorsitzenden kommt die große Verantwortung zu, dieses Leitbild einzulösen.

In der vergangenen Woche stand eine Abstimmung über ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen an. Die SPD hat mit folgender Begründung gegen den Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung gestimmt:

„Die Fraktion der SPD betont, ein Pkw verbrauche bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h bis zu 35 Prozent mehr Kraftstoff als bei 130 km/h. Die AG 1 der Nationalen Plattform „Zukunft der Mobilität” sei zu dem Schluss gekommen, dass man daher mit einem Tempolimit 1,2 Millionen Tonnen CO2 einsparen könne. Diese Einsparung könne man erzielen, ohne große Kosten zu verursachen. Zudem korrelieren auch bei Pkw die Erzeugung von Luftschadstoffen und der Lärm mit der gefahrenen Geschwindigkeit. Was das Thema „Sicherheit” angehe, seien im Jahr 2016 auf deutschen Autobahnen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen pro Autobahnkilometer 26 Prozent weniger Menschen tödlich verunglückt. Wenn man die Verkehrswende ernst nehme und man sie angehen wolle, müsse man über ein Tempolimit nachdenken, weshalb man mit dem Ziel des Antrags übereinstimme. Es sei bedauerlich, dass es nicht gelungen sei, den Koalitionspartner zu überzeugen, dabei mitzugehen, weshalb man heute nicht werde zustimmen können.” Ach so.






Tempolimit
DUH-Hintergrundpapier „Tempolimit

15. Oktober 2019



Tempolimit jetzt! Verbändebündnis fordert Bundestagsabgeordnete zur Abstimmung nach Faktenlage und nicht nach Fraktionszwang auf


Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben an diesem Freitag, den 18. Oktober, die einmalige Gelegenheit, ein klares Zeichen für den Klimaschutz zu setzen und noch in diesem Jahr ein generelles Tempolimit auf Autobahnen zu beschließen. Damit würde der Bundestag nach über 30 Jahren irrationaler Widerstände deutsche Straßen sicherer machen und den CO2-Ausstoß des Autobahnverkehrs deutlich verringern.

Das Bündnis aus Deutscher Umwelthilfe, ökologischem Verkehrsclub VCD, Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF), HannovAIR Connection, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND, Initiative für sichere Straßen, Verkehrsunfallopferhilfe (VOD), Changing Cities und der Gewerkschaft der Polizei NRW fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, die Chance auf mehr Klimaschutz und größere Verkehrssicherheit zu nutzen und in freier Abstimmung ohne Fraktionszwang für den Klimaschutz zu stimmen. Die Abgeordneten sollten bei dieser, für den Klimaschutz fundamental wichtigen Entscheidung, nur ihrem Gewissen und den Wählern verpflichtet sein und nicht den Autokonzernen.

Deutschland ist das einzige Industrieland weltweit ohne generelles Tempolimit – obwohl so viele Menschen wie nie zuvor ein Tempolimit fordern. Im aktuellen Koalitionsvertrag hat sich die Regierung mit der „Vision Zero” zum Ziel gesetzt, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Auf den deutschen Autobahnen ist die Zahl an Verkehrstoten allerdings wieder angestiegen, zwischen 2016 und 2018 um fast zehn Prozent (424 zu 393).

„Auch in Deutschland muss das Schaufahren gegen Klimaschutz und Verkehrssicherheit endlich ein Ende finden. Wir brauchen keine rührseligen Plakate des Bundesverkehrsministeriums, bitte nicht zu rasen. Was wir brauchen, ist die Umsetzung des Willens der Bürgerinnen und Bürger, die sich mit klarer Mehrheit für ein verbindliches Tempolimit auf Autobahnen aussprechen”, so die Verbändeallianz. Das Bündnis fordert ein Tempolimit auf Autobahnen sowie eine Begrenzung der Geschwindigkeit von 80 km/h außerorts. Innerorts soll künftig eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h gelten.






SPD-Check
Bewertung der Umweltverbände „Umweltpolitische Positionen der nominierten Kandidat*innenduos zum SPD-Vorsitz

11. Oktober 2019



Umweltverbände befragten Kandidaten für SPD-Vorsitz zu ihren Vorstellungen zum Klimaschutz


Die SPD hat Mitte September in der Großen Koalition das sogenannte Klimapaket beschlossen. Die Analysen von Umweltverbänden, Fridays for Future und Wissenschaftlern zeigen, dass die Maßnahmen im Paket bei weitem nicht ausreichen, um die Klimakrise zu bremsen. Die Regierung ist meilenweit davon entfernt, das 1,5-Grad-Ziel aus dem Paris-Abkommen zu erreichen, das das SPD-Parteipräsidium im Juni 2019 zu seinem Leitbild gemacht hat. Auf die neuen Parteivorsitzenden kommt somit eine große Verantwortung zu, dieses Versprechen einzulösen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, die Deutsche Umwelthilfe, der Deutsche Naturschutzring (DNR), die NaturFreunde Deutschlands, der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der WWF Deutschland haben die Kandidatinnen und Kandidaten für den Parteivorsitz vor der abschließenden SPD-Regionalkonferenz am Samstag in München gebeten, ihre Vorstellungen zum Klimaschutz darzulegen.

Aus Sicht der Umweltverbände macht es umweltpolitisch einen großen Unterschied, welches Kandidatenpaar als neue SPD-Vorsitzende gewählt wird. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die guten Positionen der Kandidatenduos Saskia Esken/Norbert Walter-Borjans und Nina Scheer/Karl Lauterbach. Nicht alle Kandidatenpaare haben geantwortet und sind in den Dialog mit der Umweltbewegung getreten. Geantwortet haben insgesamt vier der sieben Duos, drei haben abgesagt.

Befragt wurden die Kandidatinnen und Kandidaten zu Maßnahmen und Strategien zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels – insbesondere zu ihren Positionen beim Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas sowie bei der Beendigung klimaschädlicher Subventionen und Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Auch nach ihren Vorstellungen zur CO2-Bepreisung sowie zur Verkehrs- und Agrarwende wurden die SPD-Politikerinnen und Politiker gefragt.






Rackete bei XR
Carola Rackete bei XR Bremen
Foto: XR Bremen

8. Oktober 2019



Prominente unterstützen Extinction Rebellion


In einem offenen Brief richten sich Prominente aus der deutschen Kunst- und Kulturszene an die Bundesregierung, um die Klimaschutzinitiative Extinction Rebellion zu unterstützen. Die Aktivisten von „Extinction Rebellion” blockieren seit gestern Straßen und Plätze in Berlin - gewaltfrei, aber nicht störungsfrei. In dem offenen Brief an das Bundeskanzleramt heißt es: „Wir, die Unterzeichnenden, fordern sie auf, sofort drastische Maßnahmen gegen die sich verschärfende ökologische Krise zu ergreifen.”

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Schauspieler Anna Loos, Christian Ulmen und Fahri Yardim, die Regisseure René Pollesch, Fatih Akin und Christian Schwochow, der Musiker Bela B, die Autoren Marc-Uwe Kling und Rocko Schamoni oder der Kabarettist Bodo Wartke. Auch die Aktivistin Carola Rackete, die durch ihr Engagement als Kapitänin der Sea-Watch 3 insgesamt 53 Geflüchtete im Mittelmeer rettete und am Donnerstag vor dem EU-Parlament in Brüssel sprach, solidarisierte sich mit Extinction Rebellion.

  • Offener Brief „Prominente unterstützen Extinction Rebellion”





#EntrepreneursForFuture
Foto: UnternehmensGrün / J. Farys

19. September 2019



Mehr als 3000 Unternehmen: #EntrepreneursForFuture


Inzwischen streiken und demonstrieren weltweit junge Menschen für ambitionierten Klimaschutz. Auch die Wissenschaft hat mit über 23.000 Unterzeichnenden der Initiative #ScientistsForFuture erklärt, dass die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Boden- und Meeresschutz bei weitem nicht ausreichen. Zugleich erklären sich mehr als 3000 Unternehmerinnen und Unternehmer der Initiative #EntrepreneursForFuture mit den Streikenden solidarisch.

Sie erklären: „Als Profis aus der Wirtschaft wissen wir um die Kraft innovativer Geschäftsmodelle und Technologien, die das Klima schützen und profitabel sind. Aus unserem eigenen tagtäglichen unternehmerischen Handeln bestätigen wir: Klimaschonendes Wirtschaften funktioniert heute schon. Viele innovative Technologien, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle für einen besseren Klimaschutz gibt es bereits. Aber weitergehende politische Rahmenbedingungen sind endlich nötig, damit faire Wettbewerbsbedingungen für klimaschonende Technologien und Geschäftsmodelle hergestellt werden und die Wirtschaft insgesamt umsteuert.”

Die Unternehmerinnen und Unternehmer von #EntrepreneursForFuture fordern:
  1. Eine wirksame und planbar steigende CO2-Bepreisung für alle Sektoren. Investitionen werden so in eine kohlenstoffarme Infrastruktur, Technologien und Produkte gelenkt.
  2. Energiewende beschleunigen. Schneller, gesetzlich verankerter Kohleausstieg im Einklang mit den deutschen Klimaschutzzielen. Eine Energieeffizienzstrategie zur Verankerung von Efficiency First, Steuerförderung für Gebäudesanierungen sowie ein ambitioniertes Gebäudeenergiegesetz mit Vorbildrolle der öffentlichen Hand. Deutschland, Europa und die Welt können technisch zu 100% aus erneuerbaren Energien versorgt werden.
  3. Divestment und Abschaffung klimaschädlicher Subventionen bis zum Jahr 2025. So haben es Deutschland und die anderen G7-Staaten beschlossen.
  4. Eine Mobilitätswende, die auf Verkehrsvermeidung, öffentlichen Verkehr, umweltfreundliche und geteilte Verkehrsmittel sowie CO2-freie Antriebssysteme setzt. Wir brauchen die Besteuerung des Flugverkehrs (Kerosinsteuer) und reduzierte Umsatzsteuern auf öffentliche Verkehrsmittel im Nah- und Fernverkehr sowie auf Produkte und Dienstleistungen des Radverkehrs.
  5. Eine Agrar- und Ernährungswende. Die Subventionspolitik in der Landwirtschaft und die Rahmenbedingungen für die Ernährungswirtschaft müssen in Einklang mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung stehen – und mit wirksamen Maßnahmen wie der Ausdehnung einer ökologischen und klimaschonenden Landwirtschaft und der Förderung entsprechender Ernährungs- und Konsumstile unterstützt werden.
  6. Kreislaufwirtschaft forcieren. In der Regel ist die Nutzung von Sekundärrohstoffen der Nutzung von Primärrohstoffen überlegen, da sie mit weniger Energieaufwand hergestellt werden können und auf geringere Transportwege angewiesen sind. Rücknahme-, Recycling-, Wiederverwertungsquoten müssen nicht nur gesetzt, sondern auch durchgesetzt werden.
  7. Aufbau eines Klima-Innovationsfonds für etablierte Unternehmen und Startups, die innovative Lösungen für die Steuerung/ Bewältigung der Klimakrise realisieren.
  8. Ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz, das eine dekarbonisierte Wirtschaft im Einklang mit dem in Paris vereinbarten 1,5°C-Ziel erreicht.
„Wir setzen voller Überzeugung auf Klimaschutz!” so die Unternehmerinnen und Unternehmer.





BUND: Klimaschutz
Foto: BUND / Nick Jaussi

17. September 2019



Offener Brief an Kanzlerin Merkel zu Klimaschutz


Am kommenden Freitag verabschiedet das Klimakabinett sein Konzept, wie Deutschland sein Klimaziel für 2030 einhalten soll. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert eine breite Verbändeallianz aus dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der Allianz pro Schiene (ApS), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Deutschen Naturschutzring (DNR), der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem WWF Deutschland wirksame Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrsbereich.

Im Brief stellen die unterzeichnenden Verbände klar, dass die von Bundesverkehrsminister Scheuer mehrfach wiederholte Äußerung, er habe sein Maßnahmenprogramm mit allen Mitgliedern der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) abgestimmt, nicht den Tatsachen entspricht. Hierzu erklärt das Verbändebündnis: „Weder wurden wir nach unserer Meinung gefragt, noch haben wir dazu unsere Zustimmung gegeben. Unsere Zustimmung hätten wir auch dann nicht geben können, wenn wir gefragt worden wären, denn die beschriebenen Maßnahmen sind klimapolitisch unzureichend, beruhen auf fragwürdigen Annahmen und belasten zudem den Staatshaushalt über Gebühr.”






#aussteigen


Fahrrad-Sternfahrt

10. September 2019



Umweltverbände verlangen Aus für klimaschädliche "Stadtpanzer"


Wer die Berichterstattung über die Klimakrise in diesem Sommer verfolgt hat, kann aufgrund dieser besorgniserregenden Entwicklung nicht länger die Augen verschließen. Hitzerekorde, Waldbrände, und Gletscherschmelze, all dies sind Auswirkungen einer globalen Erderhitzung. Der deutsche Verkehrssektor ist maßgeblich daran beteiligt, die Klimakrise zu verschärfen, denn der CO2-Ausstoß im Verkehr ist seit 1990 nicht gesunken, sondern steigt sogar noch an. Trotz Dieselskandal und stetig wachsenden Klimaprotesten stellt die IAA (Internationale Automobilausstellung) immer größere Geländewagen und Autos im Premiumsegment zur Schau.

Bei BMW machten SUV im August knapp die Hälfte der verkauften Autos aus. „Unsere neuen X Modelle sind bei den Kunden sehr beliebt”, sagte Vertriebschef Pieter Nota. Erstmalig könnten in diesem Jahr mehr als eine Million Neuwagen dieses Typs auf die deutschen Straßen rollen. Für Greenpeace steht dagegen außer Frage, dass SUV im Widerspruch zum Pariser Klimaschutzabkommen stehen. „Auf der IAA werden Klimakiller gefeiert”, sagt Verkehrsexpertin Marion Tiemann. „Mit ihren spritschluckenden SUVs zeigen die Autobosse zukünftigen Generationen und lebenswerten Städten den Mittelfinger.”

Die hoch motorisierten und immer größer dimensionierten SUV ruinieren das Verkehrsklima und mindern die Lebensqualität in unseren Städten. Der hohe und immer noch wachsende Fahrzeugbestand bedeutet, dass sowohl fahrende als auch parkende Autos riesige Flächen verschlingen. Wohnraum und Grünflächen sind heute und morgen aber viel wichtiger als Autoparkplätze. Eine echte Verkehrswende erfordert weit mehr, als den Schadstoffausstoß von Verbrennungsmotoren zu minimieren oder sie durch Elektroantriebe zu ersetzen.

Anlässlich der IAA ruft unter #aussteigen ein Bündnis aus Umweltverbänden, ökologischen Verkehrsverbänden und anderen Organisationen zur Teilnahme an einer Großveranstaltung am Samstag, dem 14. September auf. Zur Kundgebung, Fußdemo und Fahrrad-Sternfahrt bringt das Bündnis Menschen zum Thema Verkehrswende und Klimaschutz aus ganz Deutschland nach Frankfurt. Zugleich hat der Trägerkreis bestehend aus ADFC, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem Verkehrsclub Deutschland seine Forderungen für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, saubere Luft sowie für klimagerechte Mobilität vorgestellt. Er fordert Vorrang für den Rad- und Fußverkehr sowie den massiven Ausbau von Bus und Bahn.

„Am Samstag werden in Frankfurt Tausende zu Fuß und auf dem Fahrrad für eine Verkehrswende jetzt! protestieren, weil Bundesregierung und Autolobby einfach keinen wirksamen Klimaschutz hinbekommen”, sagt Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands und Anmelder der Demonstration. „Solange SUVs statt kleiner geteilter Elektromobile das Bild bestimmen, bleibt der Autoverkehr das Sorgenkind des Klimaschutzes.”





Ludwigsplatz

6. September 2019



Autoreifen größter Verursacher von Mikroplastik


Reifenabrieb ist in Deutschland der mit Abstand größte Verursacher von Mikroplastik. Etwa ein Drittel der Mikroplastik-Emissionen entfallen hierzulande darauf. Das hat das Fraunhofer-Institut in einer Studie herausgefunden.

Das Problem des Plastikmülls äußert sich nicht nur durch Tonnen von Plastiktüten oder -flaschen, die an Karibikstränden angeschwemmt werden oder die in den Mägen der Meeresbewohner landen. Auch Partikel oder Fasern, sogenanntes Mikroplastik, sind ein wachsendes Problem. Denn solche Stoffe, die maximal fünf Millimeter messen, gelangen über Fische zurück in die Nahrung des Menschen.

Mit großem Abstand hauptverantwortlich sind Autoreifen. Überhaupt spielt der Straßenverkehr innerhalb des Problemfeldes eine große Rolle. In der Liste der Verursacher landet der Abrieb von Bitumen in Asphalt auf Platz drei (hinter Freisetzungen bei der Abfallentsorgung). Der Abrieb von Fahrbahnmarkierungen ist die neuntgrößte Quelle.

Insgesamt kommen in Deutschland pro Jahr 330.000 Tonnen an Mikroplastik zusammen. Jeder Bundesbürger ist also für etwa vier Kilogramm dieser Umweltbelastung verantwortlich. Überraschend auch: Glaubt man den Autoren der Studie, ist Mikroplastik ein weitaus größeres Problem als Makroplastik, also die eingangs erwähnten Plastiktüten und -flaschen oder die stark diskutierten Strohhalme und Plastikteller. Denn während Letzteres gerade einmal 26 Prozent der gesamten Umweltbelastung durch Kunststoffe ausmacht, liegt der Anteil von Mikroplastik bei 74 Prozent. „Dem, was für jeden offensichtlich ist, steht also eine in etwa dreifach größere Menge gegenüber, die zum Teil nur unter dem Mikroskop sichtbar wird”, heißt es dazu in der Studie.

„Man sagt, dass ein Reifen innerhalb seines Lebens bei einer Jahreszahl von 15.000 Kilometern im Schnitt 1,5 Kilogramm an Gewicht verliert”, sagt Diplom-Ingenieur Ralf Bertling im Interview mit dem Deutschlandfunk. Angenommen, ein Satz Reifen wird alle vier Jahre ausgetauscht, verliert ein Auto in diesem Zeitraum ganze sechs Kilogramm. Das summiert sich hierzulande auf insgesamt 80.000 bis 110.000 Tonnen, die bei Niederschlägen entweder in die Kanalisation gespült werden oder ins Erdreich gelangen – jedes Jahr.

Da die Menge an Reifenabrieb in direktem Zusammenhang mit der Anzahl betriebener Kraftfahrzeuge steht, wirkt sich eine Verringerung des Individualverkehrs und des straßengebundenen Güterverkehrs direkt mindernd auf die Menge des Reifenabriebs aus.

Gleiches gilt auch für das Gewicht der Kraftfahrzeuge, insbesondere im Bereich der SUV. Wenn nächste Woche auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) wieder einmal große und schwere Geländewagen angepriesen werden, ignoriert diese Modellpolitik, dass diese Fahrzeugkategorie ein Hauptverursacher von Mikroplastik im Straßenverkehr ist. Denn: Die Menge an entstehendem Reifenabrieb steht in einem linearen Zusammenhang zu dem Gewicht des Fahrzeugs.

„Am wirksamsten ist es, Mikroplastikemissionen bereits bei der Ursache zu bekämpfen: Weniger große und schwere Autos, weniger Individual- und Güterverkehr auf der Straße, stattdessen mehr öffentlicher Nahverkehr und mehr Güter auf die Schiene”, so Nadja Ziebarth, Mikroplastik-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), abschließend.






Externe Kosten des Verkehrs
Externe Kosten des Verkehrs ...

Externe Kosten des Verkehrs
... und ihre Verursacher

26. August 2019



„Wir wälzen die Folgekosten des Verkehrs auf die Allgemeinheit ab”


Der Verkehr belastet die Allgemeinheit in Deutschland mit Folgekosten von 149 Milliarden Euro pro Jahr. Von diesen externen Kosten etwa durch Klimabelastung, Unfälle, Lärm oder Luftverschmutzung verursacht allein der Straßenverkehr – Autos und Lkw – knapp 95 Prozent. Dies zeigt eine Studie des Züricher Infras-Instituts im Auftrag des gemeinnützigen Verkehrsbündnisses Allianz pro Schiene.

Zu den externen Kosten zählen alle negativen Auswirkungen der Mobilität, für die nicht die Verkehrsteilnehmer selbst bezahlen. Sie gehen zu Lasten anderer Menschen, der Umwelt und künftiger Generationen. Zu den Gesamtkosten der Mobilität steuert die Schiene laut den Berechnungen vier Prozent bei. Jeweils knapp ein Prozent stammen von dem inländischen Luftverkehr und der Binnenschifffahrt.

149 Milliarden Euro entsprechen einem knappen halben Bundeshaushalt. „Das ist unfassbar viel”, sagt Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Das sind Milliarden-Beträge, die auch Nicht-Autofahrer zahlen müssen.” Die höchsten gesellschaftlichen Kosten des Verkehrs verursachen Unfälle mit einem Anteil von 41 Prozent an der Gesamtlast. Den zweitgrößten Block mit 21 Prozent stellen vor- und nachgelagerte Prozesse (etwa durch die Herstellung von Fahrzeugen oder die Stromproduktion). Es folgen Klimakosten (18 Prozent) und Kosten für Natur und  Landschaft (neun Prozent).

Für die Klimadebatte zeigt sich, wie sehr Fortschritt von einer Verkehrsverlagerung abhängt. „Bei einer ganzheitlichen Betrachtung kostet eine wirksame Klimapolitik kein Geld, sondern spart der Gesellschaft gewaltige Kosten”, so Flege. „Eine verschleppte Verkehrswende ist viel teurer als ein mutiges Umsteuern. Mit einer Verkehrsverlagerung können wir den Klimaschutz und die Luftqualität verbessern und die Zahl der Unfallopfer drastisch senken.”





zu-fuss-zur-schule.de
Zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule

9. August 2019



Zum Schulanfang: Drei Tipps für einen sicheren Schulweg


„Mitmachen und Elterntaxi stehen lassen!”  ̶  Das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) rufen zum Schulbeginn alle Kinder dazu auf, den Schulweg möglichst zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurückzulegen. Denn fast die Hälfte aller Grundschulkinder in Deutschland wird mit dem Auto zur Schule gefahren. Laut der Studie „Mobilität in Deutschland” von 2017 sind es 43 Prozent. Nur rund ein Drittel der Kinder geht zu Fuß, 13 Prozent kommen mit dem Fahrrad und 10 Prozent mit dem Bus.

Laufen Kinder schon morgens zu Fuß zur Schule, fördert dies ihre körperliche und geistige Entwicklung. Die Kinder lernen dabei, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen. Aktive Kinder sind den Tag über entspannter und können sich besser konzentrieren. Gerade zum Schulstart der Erstklässler ist es wichtig, die Kinder von Anfang an in ihrer Eigenständigkeit zu unterstützen und ab Schulbeginn mit ihnen sichere Wege zur Schule zu Fuß einzuüben.
 
Das Deutsche Kinderhilfswerk und der VCD geben Eltern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrkräften drei Tipps, wie Kinder sicher ohne Elterntaxi zur Schule gelangen können.
 
Tipp 1: Laufgemeinschaften bilden

Für den Weg zur Schule können Eltern oder auch Kinder selbst sogenannte Laufbusse organisieren. Hierbei werden an unterschiedlichen Stellen vor Ort Haltestellen vereinbart, an denen sich die Kinder aus der Nachbarschaft verabreden, um von dort aus gemeinsam zur Schule zu gehen. Kinder, die zusammen mit Freunden den Schulweg zurücklegen, lernen, auf andere aufzupassen. Ihr soziales Verhalten wird gefördert und sie können auf dem Weg zur Schule Freundschaften pflegen oder schließen.

Tipp 2: Roller- und Fahrradständer bauen

Ist der Schulweg zu lang zum Laufen, sind Tretroller oder Fahrräder eine gute Alternative. Roller- und Fahrradständer vor Schulen helfen den Kindern, ihre Fortbewegungsmittel sicher und ordentlich abzuschließen. Dabei lernen sie außerdem, sich eigenverantwortlich um ihre Roller und Fahrräder zu kümmern. Zunächst sollten Eltern den Kontakt mit der Schulleitung aufnehmen, um den Bedarf abzuklären. Ist dieser geregelt, ist es oft hilfreich, wenn sich die Schulleitung oder eine Gruppe von Eltern um einen lokalen Sponsor bemüht. Gemeinsam kann Material angeschafft und die Montage vorgenommen werden.

Tipp 3: Schulstraßen beantragen

Um die unübersichtlichen und gefährlichen Situationen durch Elterntaxis vor Schulen in den Griff zu bekommen, haben Eltern die Möglichkeit, einen Brief an ihre Schulleitung zu schreiben. Schulleitungen können sich wiederum an die Kommunen wenden und diese dazu auffordern, die Straße vor der Schule als Schulstraße mit temporären Durchfahrtsbeschränkungen auszuweisen. Das Deutsche Kinderhilfswerk und der VCD unterstützen die Eltern sowie die Schulleitung mit jeweils einer Briefvorlage.

Stephanie Päßler, VCD-Projektleitung „Zu Fuß zur Schule”: „Viele Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto direkt bis vor das Schultor, damit sie sicher ankommen. Doch gerade diese Elterntaxis machen den Schulweg gefährlicher und sorgen vor vielen Schulen für Chaos. Sind weniger Autos unterwegs, werden die Straßen sicherer und die Luft vor den Schulen wird besser.”

Unter dem Motto „Mitmachen und Elterntaxi stehenlassen!” rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und der VCD vom 16. bis 27. September 2019 Schulen in ganz Deutschland zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule” auf. Im letzten Jahr hatten rund 80.000 Kinder aus mehr als 3.500 Schulklassen in ganz Deutschland mitgemacht. Wer auch in diesem Jahr während der Aktionstage zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zur Schule kommt oder kommen möchte, kann sich unter www.zu-fuss-zur-schule.de anmelden. Auf der Webseite können auch Aktions- und Spielideen eingesehen, die konkreten Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Zudem nehmen alle bis Ende August online registrierten Projekte an einem Ideenwettbewerb teil, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gibt.





DUH-Messergebnis-Karte
DUH-Messergebnis-Karte 2018

26. Juli 2019



Luftreinhalteplan für Alsfeld beantragt


Das kennt man bislang eher aus Großstädten: für Stuttgart, Berlin, Frankfurt erarbeiten Land und Kommune gemeinsam einen Luftreinhalteplan. Jetzt ist es auch in Alsfeld soweit. Der BUND-Landesverband Hessen hat beim Hessischen Umweltministerium (HMUKLV) beantragt, dass für Alsfeld ebenfalls ein Luftreinhaltplan erstellt wird. Grund dafür sind die alarmierenden Stickstoffdioxidwerte.

Erstmals wurde im Februar 2018 im Rahmen einer Aktion der Deutschen Umwelthilfe (DUH) festgestellt, dass in der Alsfelder Schellengasse die Stickstoffdioxidgrenzwerte deutlich überschritten werden: gemessen wurden 53,5 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, zulässig sind 40 Mikrogramm. Bei dieser Messaktion war das die höchste Grenzwertüberschreitung in ganz Hessen.

Seit Mai 2018 werden vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) amtliche Messungen in Alsfeld vorgenommen. Die Ergebnisse bestätigen die gesundheitsgefährdend hohen Stickstoffdioxidwerte und auch der Durchschnittswert für das ganze Jahr überschreitet den Grenzwert. Am Jahresende werden die Messungen noch an das Referenzverfahren angepasst und dann das offizielle Jahresmittel bekannt gegeben.

Die Daten lassen schon jetzt nur einen Schluss zu: Alsfeld muss umgehend Maßnahmen zur Verbesserung der Situation einleiten und umsetzen, statt weiterhin zu warten. Es geht um den hohen Wert sauberer Atemluft und also unserer Gesundheit.






Unfallatlas Alsfeld 2017
Unfallatlas Alsfeld 2017

9. Juli 2019



Jeden Tag eine große Havarie


Täglich kommt es zu unbegreiflichem Leid auf unseren Straßen: im Jahr 2018 starben 3.275 Menschen auf Straßen in Deutschland, mehr noch als im Vorjahr. Unter den Toten befinden sich viele Zufußgehende und Radfahrende. Das sind 3.275 Freundinnen und Freunde, Geschwister, Kinder, Eltern, Großeltern oder Nachbarn, die nie mehr nach Hause zurückkehren werden. Jeden Tag sind im Schnitt neun im Straßenverkehr getötete Menschen zu beklagen. Jeder Todesfall im Straßenverkehr betrifft Angehörige, Kolleginnen und Kollegen, Ersthelferinnen, Sanitäter und damit das Leben von durchschnittlich 113 Menschen. Das bedeutet Schmerz, Verlust und Trauer für über 370.000 Menschen pro Jahr.

In den Medien wird hauptsächlich die Zahl der Verkehrstoten genannt, doch es gab im Jahr 2018 außerdem 395.798 verletzte Personen auf Deutschlands Straßen. Über das große Leid der direkt Betroffenen wird wenig berichtet. Viele Schwerverletzte, die oft nur dank herausragender Notfallmedizin überleben, sind für ihr Leben lang körperlich und seelisch beeinträchtigt. Dazu kommt das Leid der Angehörigen, für die sich die Lebensumstände durch den Unfall des verletzten oder getöteten Menschen meist stark verändern.

Man stelle sich vor: Durch eine Havarie in einer Chemiefabrik sterben bei einem Unglück neun Menschen und über 1.000 werden verletzt. Die Presse wäre voll davon. Und dann passiert dieser Unfall Tag für Tag. Sofortige Gegenmaßnahmen wären eine garantierte Folge. Doch gegen die viel zu vielen Tötungen und Verletzungen im Straßenverkehr wird politisch seit Jahren so gut wie nichts unternommen. Hat der Verkehr also mal wieder nur seine vermeintlich unvermeidlichen Opfer gefordert? Wer kommt als nächstes? Und: Wollen wir das weiter zulassen?





amtliche NO2-Messung
Messstation Schellengasse Alsfeld

26. Juni 2019



Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Aufstellorten der Stickstoffdioxid-Messstationen


Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat heute das Recht der europäischen Bürgerinnen und Bürger auf saubere Luft gestärkt. Demnach haben die Bürgerinnen und Bürger einen Rechtsanspruch darauf, dass an den Orten mit der höchsten Stickstoffdioxid (NO2)-Belastung in einer Stadt gemessen wird. Die Grenzwerte müssen auch an den Stellen mit den höchsten Belastungen zwingend eingehalten werden. Die Bildung eines Mittelwerts für das gesamte Stadtgebiet ist folglich nicht zulässig.

So werden mittlerweile auch in Alsfeld nicht nur an der Stelle, an der sich eine NO2-Grenzwertüberschreitung abzeichnet, sondern auch an vermeintlich weniger belasteten Stellen Messungen vorgenommen.

Gerichte müssen nun prüfen, ob die durch die Bundesländer und Kommunen aufgestellten Messstationen tatsächlich die Orte der höchsten Belastung abbilden. Ist dies nicht der Fall, können entsprechende gerichtliche Verfahren erfolgreich geführt werden.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH): „Der EuGH hat sich heute erneut eindeutig für den Vorrang des Gesundheitsschutzes der Menschen vor den Profitinteressen der Dieselkonzerne ausgesprochen. Der EuGH stärkt dabei insbesondere die Gesundheit von Kindern, alten und gesundheitlich vorbelasteten Menschen. Die Hoffnung der Bundesregierung aber auch einiger Kommunen, die Einhaltung des NO2-Grenzwerts sowie die Standorte von Messstationen in Frage zu stellen, ist endgültig gescheitert.” Als logische Konsequenz des Urteils fordert die DUH die Bundesregierung dazu auf, endlich Hardware-Nachrüstungen der insgesamt 11 Millionen Betrugs-Diesel in Deutschland der Abgasstufen Euro 5 und 6 auf Kosten der Autohersteller durchzusetzen.





nördliches Mainufer
Nördliches Mainufer, 70er Jahre

21. Mai 2019



Ab August ist Frankfurts nördliches Mainufer für Autos tabu


Die probeweise Sperrung für den Autoverkehr beginnt am 2. August, zeitgleich mit dem Mainfest. Dann gehört der Bereich zwischen Untermainbrücke und der Straße Zum Pfarrturm nahe der Alten Brücke ein Jahr lang ganz den Radfahrern und Fußgängern.

Die Stadt Frankfurt möchte damit die Attraktivität des Mainufers und der gesamten Innenstadt erhöhen. Autolärm und Abgase sollen verschwinden - derzeit nutzen täglich rund 20.000 Autos und Lastwagen die Strecke -, Lebensqualität und Lebensgefühl sich verbessern. Die Stadt malt sich eine Flaniermeile für Radfahrende und Zufußgehende aus. Die Ideen sind laut Stadt Frankfurt vielfältig. So sei es denkbar, Tangotanzen unter Bäumen anzubieten. Eiscafés könnten Platz finden oder Flammkuchen- und Kunsthandwerkstände.

Aktuell trennen die stark befahrenen Straßen Untermainkai und Mainkai zwei Touristenmagnete: die neue Altstadt mit dem Römerberg und den Main auf Höhe des Eisernen Stegs. Wenn dort keine Autos mehr fahren dürfen, fällt diese Trennung weg. In dem Probejahr soll herausgefunden werden, welche Auswirkungen die Sperrung hat. Die Stadt will Daten und Erfahrungen sammeln und anschließend auswerten. Ziel von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling ist es, die Straße dauerhaft für den Autoverkehr zu sperren.





Seniorenticket

13. Mai 2019



Hessenweites Seniorenticket soll 2020 kommen


Der Startschuss für ein hessenweites Seniorenticket ist gefallen. Ab dem 1. Januar 2020 können neben Schülern auch 1,3 Millionen Senioren mit Bus und Bahn durch ganz Hessen fahren - und das für einen Euro am Tag.

365 Euro im Jahr soll das hessenweite Ticket für Senioren kosten. Menschen ab dem 65. Lebensjahr können damit Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge der drei hessischen Verkehrsverbünde RMV, NVV und VRN nutzen.

Gültig ist die Flatrate-Karte an Wochenenden und Feiertagen ganztägig, an Werktagen hingegen ab 9 Uhr. Das hat vor allem einen Grund: „Wir erhoffen uns, den Verkehr außerhalb der Stoßzeiten attraktiv zu machen”, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. So könne man den Verkehr gezielt lenken und eine zusätzliche Überfüllung der Busse und Bahnen am Morgen vermeiden.

Doch auch für diejenigen, die vor 9 Uhr unterwegs sein möchten, soll es eine Möglichkeit geben: ein sogenanntes Upgrade-Angebot für 625 Euro. Mit diesem Ticket können Senioren rund um die Uhr auch in der ersten Klasse fahren. Zusätzlich gilt die Mitnahmeregelung eines weiteren Erwachsenen und beliebig vieler Kinder werktags ab 19 Uhr und ganztags am Wochenende.

Vorbild für das neue Angebot ist das seit August 2017 geltende Schülerticket. Mit der Fahrkarte können Schüler und Auszubildende für ebenfalls 365 Euro im Jahr landesweit Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie Regionalzüge nutzen. Im Schuljahr 2017/18 wurde das Schülerticket in Hessen 407.000 Mal verkauft. Das ist nach Angaben des Ministeriums eine Steigerung um fast 60 Prozent zu den Verkaufszahlen vor dem gemeinsamen Angebot im ganzen Land.

Doch noch ist die Einführung des Seniorentickets nicht perfekt. In einem nächsten Schritt stimmen die Aufsichtsräte der Verbünde zunächst über das Angebot ab. Wenn ein positiver Beschluss vorliegt - davon ist auszugehen - geht es an die Umsetzung. Die Zeit drängt, denn noch vor Weihnachten soll das Ticket in den Verkauf gehen und an allen Verkaufsstellen erhältlich sein.

Das Angebot solle zudem ein nächster Schritt in Richtung Verkehrswende sein. „Meine Generation ist mit dem Auto aufgewachsen”, sagt NVV-Chef Wolfgang Rausch. Das neue Seniorenticket solle helfen, dass mehr Personen auf den ÖPNV umsteigen und das Auto dafür stehenlassen.

Die Verkehrsverbände erhoffen sich aber noch mehr für die Zukunft: einen Ausbau der Infrastruktur, mehr Komfort und den im Koalitionsvertrag verankerten Ein-Stunden-Takt in ländlichen Regionen. Auf lange Sicht gebe es außerdem eine Vision: ein günstiges Bürgerticket für alle.





Fridays for Future

15. März 2019



Fridays for Future


Im Rahmen des heutigen, globalen Klimastreiks „Fridays for Future” unterstützen die BUNDjugend und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Forderungen der streikenden Schülerinnen und Schüler unter dem Motto „Verkehrswende statt Weltende”. Die Bundesregierung ist gut beraten, die Sorgen und Nöte der kommenden Generationen ernst zu nehmen.

Linda Mederake, Jugendvertreterin im Bundesvorstand des BUND, sagt dazu: „Die jungen Menschen gehen auf die Straße, weil sie etwas bewegen wollen. Weil sie den Filz zwischen Politik und Industrie satthaben, der maßgeblich zur Klimakrise beiträgt. Insbesondere im Verkehrsbereich gibt es dafür anschauliche Beispiele. Der Verkehr ist der einzige Sektor hierzulande, in dem die CO2-Emissionen nicht zurückgehen.

Die Ursachen dafür sind vielfältig, hängen aber alle mit unzureichenden politischen Regulierungen zusammen. Steuerfreies Kerosin und massive staatliche Subventionierung der Flughäfen sorgen für immer mehr Billigflieger – dabei ist Fliegen die klimaschädlichste Art zu reisen. Immer größere, schwerere und leistungsstärkere Autos fahren immer weitere Strecken und die Hersteller „optimieren” immer weiter an den offiziellen Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß der Fahrzeuge. Staatliches Handeln? Fehlanzeige.

Die Liste der Beispiele für klimapolitisches Versagen im Verkehrsbereich lässt sich leicht verlängern: Immer mehr Lkw auf den Straßen, immer mehr Lieferwagen in den Städten, immer mehr Pendlerinnen und Pendler, die immer weitere Strecken fahren müssen, ein kaputtgesparter öffentlicher Verkehr – alles Auswirkungen verfehlter Investitionen und Regulierungen.

Deshalb braucht es mutige Entscheidungen und eine Bundesregierung, die nicht länger im Interesse von Konzernen, sondern im Interesse der Bürgerinnen und Bürger agiert. Nur so kann die globale Klimakatastrophe zumindest noch abgemildert werden.”




Petition Tempolimit

7. März 2019



Petition für Tempo 130


Seit gestern kann die öffentliche Petition der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) für ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen unterzeichnet werden. Kommen in vier Wochen 50.000 Unterschriften zusammen, gibt es eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss. Darauf zielt die Aktion.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland regt an, den eigenen Lebensstil zu überdenken und verlangt nach einer konsequenteren Politik des Umwelt- und Klimaschutzes. Ein Tempolimit ist ein sofort umsetzbarer und kostengünstiger Beitrag, um CO2-Emissionen zu senken. Gemindert werden außerdem das Lärmaufkommen und der Reifenabrieb. Zudem sorgt ein Tempolimit für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss. Nicht zuletzt wird die Verkehrssicherheit erhöht; es kann davon ausgegangen werden kann, dass die Zahl der Unfälle und der Verkehrstoten deutlich zurückgeht.

Deutschland ist das einzige Land in der EU ohne Tempolimit auf Autobahnen. Angesichts des Klimawandels gehört die „Freie Fahrt für freie Bürger” auf den Prüfstand. Auf der Autobahn würde es mit einem Tempolimit weniger aggressiv zugehen. Es ist Zeit für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Jetzt unterschreiben!





Lärmkarte Alsfeld
Lärmkarte Alsfeld
HLNUG, Lärmviewer Hessen

26. Februar 2019



Unfallhäufungsstelle A5 bei Alsfeld


In der vergangenen Woche teilte das Statistische Landesamt mit, dass 239 Menschen im Jahr 2018 bei Verkehrsunfällen in Hessen ihr Leben verloren haben. Das sind deutlich mehr als im Jahr davor, nämlich 26 Menschen oder 12,2%. Im Vorjahr waren die Gründe für die meisten Unfälle Alkohol und zu schnelles Fahren, eine aktuelle Analyse steht noch aus.

Zeitgleich ist der Presse zu entnehmen, dass Hessen Mobil auf der A5 an der Unfallhäufungsstelle zwischen Alsfeld-West und -Ost das bestehende Tempolimit in Frage stellt und Mitte 2019 den Seitenstreifen freigeben wird. Das hat Alsfeld minus Fremdenverkehr zu einem offenen Brief an Hessen Mobil veranlasst.

  • Offener Brief an Hessen Mobil „Seitenstreifenfreigabe und Geschwindigkeitsbeschränkung auf der A5 an der Unfallhäufungsstelle zwischen Alsfeld-West und -Ost”
  • Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder

Zwischen dem Starken und dem Schwachen ist es das Gesetz, das befreit, und die Freiheit, die unterdrückt.
Jean-Jacques Rousseau






hr-Pendler-Rechner
hr-Pendler-Rechner

22. Februar 2019



Pendeln – So stressig wie ein Fallschirmsprung


Jeder zweite Hesse pendelt - und das jeden Tag. Die meisten nehmen das Auto. Ob es sich lohnt, das Verkehrsmittel zu wechseln, hängt von mehreren Faktoren ab:

Wie lange dauert die Fahrt? Wie viel kostet das Pendeln mit Bahn oder Auto? Auch die Umweltbelastung kann bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

Das Datenteam des Hessischen Rundfunks hat darum ein Tool entwickelt, das bei der Entscheidung helfen kann: den hr-Pendler-Rechner. Geben Sie in den Auswahlmenüs an, wo Sie starten wollen und wohin es gehen soll. Wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, zeigt der Rechner drei Werte an:

  • Dauer: So viel Zeit kostet das Pendeln pro Werktag (Hin- und Rückweg insgesamt) für die gewählte Strecke.
  • Kosten: So viel kostet ein Tag Pendeln auf der gewählten Strecke. Für das Auto werden Benzinkosten eines mittelgroßen Pkw berechnet. Der Wert für die öffentlichen Verkehrsmittel entspricht dem täglichen Anteil an einer Jahreskarte.
  • Umweltbilanz: So viel CO2 wird bei Hin- und Rückweg insgesamt ausgestoßen.
Im Rechner nicht berücksichtigt – aber nicht unwesentlich – sind Aspekte wie Sicherheit und Lebensqualität.





Zufahrtsbeschraenkungen
ADAC: Zufahrtsbeschränkungen in EU-Innenstädten

5. Februar 2019



Auch andere EU-Staaten bekämpfen Feinstaub und Stickstoffdioxid


Verkehrsbeschränkungen für Dieselfahrzeuge mit hohen Schadstoffemissionen und andere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sind nicht nur in Deutschland ein Thema. Entgegen der aktuellen Darstellung aus automobilnahen Kreisen, haben mittlerweile 14 weitere EU-Staaten Maßnahmen gegen schmutzige Dieselfahrzeuge ergriffen. Der ADAC hat hierzu eine Liste mit Zufahrtsbeschränkungen in EU-Innenstädten veröffentlicht.

In London tritt am 8. April 2019 die neue „Ultra Low Emission Zone” in Kraft. Diese unterbindet die Einfahrt für alle Diesel-Pkw älter als Euro 6 und alle Benzin-Pkw älter als Euro 4 in die Innenstadt. Bereits seit vielen Jahren gibt es dort eine emissionsabhängige City-Maut.

Die norwegische Hauptstadt Oslo gestaltet ihre Innenstadt erheblich um und entfernt sämtliche städtische Parkplätze im Radius von 800 Metern um das Stadtzentrum, mit dem Ziel, die Zahl der Autos in der Stadt deutlich zu reduzieren. Eine City-Maut soll darüber hinaus zur Finanzierung einer verbesserten Fahrrad-Infrastruktur und zum Ausbau des ÖPNV beitragen.

In Osteuropa wächst derweil das Unverständnis über die Einfuhr von Dieselfahrzeugen, die aufgrund illegaler Abschalteinrichtungen und hoher Stickoxidemissionen aus deutschen Städten verbannt werden. Hier ist die Bundesregierung gefordert, sich endlich aktiv für eine Hardware-Nachrüstung einzusetzen, um so auch den Export schmutziger Diesel-Pkw zu beenden.

Währenddessen versucht die deutsche Automobilindustrie gegen geltendes Recht und akzeptierte Grenzwerte anzukämpfen. Dies erinnert an die Endphase des Kampfes der Tabakindustrie gegen das Rauchverbot in Gaststätten und öffentlichen Einrichtungen.





Luftschadstoffe
Gesundheitsexperte Nino Künzli im Deutschlandfunk

24. Januar 2019



„Initiative von Lungenärzten” stammt unter anderem von einem früheren Daimler-Mitarbeiter


Gestern machte die Meldung Schlagzeilen, dass Lungenärzte die Schädlichkeit von Stickoxiden anzweifeln. Als Initiator wurde der Lungenarzt Dieter Köhler benannt. LobbyControl stellte nun fest, dass die Initiative zur Kritik an den Grenzwerten für Feinstaub und Stickoxide nicht nur von Lungenärzten stammt. Die Autoren und Initiatoren der Initiative von „Lungenärzten” sind Dieter Köhler, Martin Hetzel (beide Lungenärzte), Matthias Klingner (Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme) und Thomas Koch (Karlsruher Institut für Technologie, früher über 10 Jahre Daimler AG).

Eine vollständige Angabe der Autoren fehlt in der als pdf-Datei veröffentlichten Stellungnahme, die die wissenschaftliche Begründbarkeit der aktuellen Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub in Zweifel zieht. Die Namen tauchen aber in der Unterschriftenliste der Personen auf, „die der Stellungnahme uneingeschränkt zustimmen”.

Ulrich Müller von LobbyControl: „Aufrufe von Wissenschaftlern sind ein beliebtes Lobbyinstrument. Es hat eine andere politische Wirkung, ob ein solches Schreiben allein von einem Lungenarzt initiiert wurde oder von einem früheren Daimler-Mitarbeiter mitverfasst wurde. Auch dass es sich bei der Initiative um eine Minderheitenmeinung handelt, wurde in der Berichterstattung nicht erwähnt.”






Tabu Tempolimit

22. Januar 2019



Tabu Tempolimit – Teil 2: Auf der Autobahn,
oder:   Der gesunde Menschenverstand


Für mehr Klimaschutz im Straßenverkehr schlägt eine hochrangige Regierungskommission ein generelles Tempolimit auf Autobahnen vor. Der Arbeitsgruppe „Nationale Plattform Zukunft der Mobilität” gehören Vertreter ganz unterschiedlicher Interessen an, darunter IG Metall, ADAC, Industrieverband BDI, der Autoverband VDA, Volkswagen, Deutsche Bahn, Städtetag und Umweltverbände wie NABU und BUND.

Aus ihrer Sicht spricht einiges für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen:

  • Es ist ein sofort umsetzbarer und kostengünstiger Beitrag, um die CO2-Emissionen zu senken. Bei einem Tempolimit von 120 km/h kann von mindestens drei Millionen Tonnen CO2-Einsparung ausgegangen werden.
  • Ein generelles Tempolimit sorgt für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss, so dass weniger Staus entstehen. Auch können Kosten beim Bau von Autobahnen und für deren Unterhalt gespart werden. Ein Tempolimit mindert zudem das Lärmaufkommen in anliegenden Städten und Dörfern und den durch Reifenabrieb verursachten Feinstaub.
  • Nicht zuletzt wird die Verkehrssicherheit erhöht. Durch ein generelles Tempolimit sinkt die Zahl der Unfälle und der Verkehrstoten. Allein im Jahr 2017 sind 1077 Menschen wegen überhöhter Geschwindigkeit ums Leben gekommen.
Laut Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) spricht allerdings der gesunde Menschenverstand gegen ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Trotzdem startet die Evangelische Kirche am 6. März eine Petition dafür.

Unabhängig vom generellen Tempolimit spricht vieles – z.B. der Lärmschutz – für ein zumindest streckenbezogenes Tempo 100 auf der A5 entlang Alsfeld. Außer vielleicht –  der gesunde Menschenverstand.






Dein Parkplatz ist größer als mein Kinderzimmer

3. Januar 2019



Dein Parkplatz ist größer als mein Kinderzimmer


Stadtraum ist knapp. Umso wichtiger ist es, dass dieser Raum gerecht verteilt wird. Beim Parkraum wird die ganze Absurdität der autogerechten Flächenaufteilung offensichtlich: Der Parkplatz für ein Auto hat eine Fläche von mindestens zwölf Quadratmetern und ist damit größer als viele Kinderzimmer. Wir geben unseren Autos mehr Raum als unseren Kindern und verschenken kostbare öffentliche Flächen, damit Menschen dort ihr ungenutztes Privateigentum abstellen können, denn Pkw stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag herum.

Durch die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt erhalten Städte und Kommunen einen wichtigen Hebel, um den Autoverkehr zu reduzieren und für mehr Flächengerechtigkeit zu sorgen. Es ist sinnvoll, die Anzahl der Parkplätze zu verringern, um Platz für den Bau von Fußgänger- und Fahrradinfrastruktur, für Spielplätze und Grünflächen zu gewinnen. Für die verbleibenden Stellplätze sollte die Kommune Parkgebühren erheben, die dem Wert des öffentlichen Raumes angemessen sind.

Wenn Radfahrende und Zufußgehende komfortabel und sicher unterwegs sind und gleichzeitig das Autofahren unkomfortabler wird, sind mehr Menschen bereit, ihr Auto stehenzulassen. Durch eine Verschiebung hin zu Fuß- und Fahrradverkehr wird der Stadtraum effektiver genutzt und es entsteht dabei Platz zum Spielen und Flanieren.






Feuerwerk

22. Dezember 2018



Feinstaubbelastung durch Silvesterfeuerwerk


Für das wenige Stunden dauernde Silvester-Feuerwerk werden in Deutschland für 137 Millionen Euro umwelt- und gesundheitsschädliche Böller und Raketen gekauft. Sie erzeugen nicht nur viele zehntausend Tonnen an Müll und verursachen viele tausend Feuerwehreinsätze, sondern erzeugen auch ca. 5.000 Tonnen Feinstaub. Je nach Wetterlage ist die Feinstaubkonzentration über viele Stunden hinweg so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht.

Der Grenzwert für Feinstaub für das Tagesmittel von 50 µg/m³ darf an insgesamt 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Erschreckend ist die Höhe der Belastung in der Silvesternacht: Das Umweltbundesamt dokumentierte beispielsweise im vergangenen Jahr in Leipzig um 1 Uhr nachts einen PM10-Stundenwert von mehr als 1.800 µg/m.

Feinstaub gehört zu den Luftschadstoffen, deren gesundheitliche Folgen gut dokumentiert sind. Besonders betroffen sind Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen wie Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen sowie Schwangere und Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt daher, die Anzahl der Überschreitungstage von 35 auf 3 zu reduzieren.

Nicht zuletzt aufgrund des Dieselskandals sind Menschen in Deutschland zu Recht besorgt, wenn es um das Thema saubere Luft geht. Hier sind die Kommunen gefordert zu handeln. Erste Städte in Deutschland haben weitgehend unbemerkt entsprechende Begrenzungen und Verbote für die Innenstadt ausgesprochen, so etwa Konstanz (nach einem durch Raketen ausgelösten Brand in der historischen Altstadt), Goslar, Bremen, Bielefeld, Straubing oder Ravensburg. Andernorts gibt es Auflagen aus Naturschutzgründen oder um Schäden an Personen zu verhindern. Jüngst hat die Stadt Hannover bekannt gegeben, dass es dieses Jahr in bestimmten Sperrzonen kein Feuerwerk in der Stadt geben wird.

Eine Alternative wäre ein öffentliches professionelles Feuerwerk. Dieses ist nicht nur sicherer, es belastet die Umwelt auch weniger, da hier meist andere Feuerwerksbatterien zum Einsatz kommen. Auch außerhalb Deutschlands wird privates Feuerwerk in der Silvesternacht zusehend kritisch gesehen, so ist es unter anderem in Paris verboten, Feuerwerkskörper oder Böller zu verkaufen und abzufeuern. In Dänemark und Slowenien sind Verkauf, Besitz und Verwendung von Knallkörpern generell verboten.

Luftverschmutzung ist nicht nur in der Neujahrsnacht ein Problem, sondern ganzjährig. Besonders Dieselmotoren in Fahrzeugen, Baumaschinen aber auch Kaminöfen tragen maßgeblich zur Belastung der Luft im Freien aber auch innerhalb von Wohnräumen mit Feinstaub bei.

Wir wünschen Ihnen besinnliche Feiertage und ein friedliches gesundes Jahr 2019 mit viel Ruhe und sauberer Luft!





Eltern fahren ihre Kinder

29. November 2018



Ein Bild zum Nachdenken und Teilen


Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden, fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden ...




Seniorenticket

28. November 2018



Hessenweit mobil mit dem 365-Euro-Seniorenticket


Für einen Euro pro Tag durch ganz Hessen fahren: das ist für Schülerinnen und Schüler seit dem vergangenen Schuljahr möglich. Mit dem Ticket können Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen sowie Regionalzüge im ganzen Land genutzt werden. Es wird mittlerweile von mehr als 400.000 Schülern und Auszubildenden genutzt.

Nach dem Schülerticket führt die Landesregierung jetzt auch das Seniorenticket ein. Ende 2019 / Anfang 2020 soll es für 365 Euro im Jahr für Bürgerinnen und Bürger ab 65 erhältlich sein. Momentan werden noch Details wie Mitnahmeregelung und Uhrzeiten (ganztägige Gültigkeit oder ab 9 Uhr) geklärt.

Seit Anfang 2018 gibt es zudem ein Landesticket, mit dem alle Beschäftigten des Landes in ganz Hessen kostenlos Bus und Bahn fahren können. Davon profitieren die rund 145.000 für das Land arbeitenden Menschen - etwa 90.000 Beamte, 45.000 Tarifbeschäftigte sowie 10.000 Auszubildende.

Vor der Landtagswahl hatte Ministerpräsident Volker Bouffier außerdem angeregt, ein Hessenticket für ehrenamtlich engagierte Menschen einzuführen. „Diese Arbeit können und wollen wir nicht bezahlen - aber anerkennen”, sagte Bouffier wenige Wochen vor der Wahl. Gleichzeitig sei ein solches Ticket für die Umwelt gut.




Hessen: Platz 11



Grafik "Ländervergleich Mobilität"
Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2018/19

11. November 2018



Mobilitätsstudie: Hessen weit hinten


Baden-Württemberg (Platz 1), Thüringen (Platz 2) und Rheinland-Pfalz (Platz 3) sind deutschlandweit Spitzenreiter beim Thema nachhaltige Mobilität. Zu diesem Ergebnis kommt ein wissenschaftlicher Ländervergleich, den das Forschungsinstitut Quotas erstellt hat. „Die Gesamtplatzierung eines Landes errechnet sich aus den Ergebnissen in den fünf großen Baustellen der Verkehrspolitik”, erläuterte Thomas Krautscheid, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt bei Quotas. „Verkehrssicherheit, Lärmminderung, Flächenverbrauch, Klimaschutz und Luftqualität, das sind die Kernindikatoren, die wir betrachten und bewerten.”

Baden-Württemberg, Thüringen und Rheinland-Pfalz zeigen, dass Verkehrspolitik eine Gestaltungsaufgabe ist und nicht eine Verwaltung des Status quo. Spitzenreiter Baden-Württemberg erreicht im Vergleich Bestnoten bei Verkehrssicherheit und Lärmschutz und löst trotz seiner hohen Stickstoffdioxidwerte Thüringen als Nummer eins ab. Hessen schafft es aufgrund seines schlechten Klimaschutzes und seiner besorgniserregenden Luftqualität nur auf Platz 11 von 16. Es ist das Land mit den höchsten und am stärksten steigenden CO2-Emissionen im Verkehr. 2009: 4,1 Tonnen pro Einwohner, 2014: 4,5 Tonnen pro Einwohner.

Für den BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger zeigt das Länderranking deutlich, dass neben erkennbaren Fortschritten in einigen Bundesländern weder auf Bundes- noch auf Landesebene ausreichende Maßnahmen für eine Verkehrswende getroffen werden. Es werde viel zu wenig getan, um die Klima- und Umweltziele zu erreichen. Kritisch sieht der BUND die in Folge des Abgasskandals immer noch zu hohen Stickstoffdioxidwerte: In zehn von sechzehn Bundesländern – darunter Hessen auf Platz 14 – gab es 2017 Grenzwertüberschreitungen. „Die Länder müssen den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und endlich ausreichende, effektive Maßnahmen für die Luftqualität in unseren Städten umsetzen.”

Der BUND-Vorsitzende hob positiv hervor, dass es in immerhin neun Ländern konkrete Ziele zur Verringerung des Flächenverbrauchs gebe. „Allerdings würden derzeit noch 61 Hektar pro Tag für Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht”, so Weiger. „Damit versiegeln wir unsere Landschaft immer noch in einem zu hohen Maße. Bis 2020 sollte Deutschland eigentlich bei 30 Hektor pro Tag sein. Davon sind wir noch weit entfernt. Anstatt für unsere Mobilität immer mehr neue Flächen aufwändig, kostspielig und umweltzerstörend zu erschließen, muss die vorhandene Verkehrsinfrastruktur optimiert und verbessert werden.”


•    Studie „Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2018/19





online-Petition: Tempo 30 nachts
Frankfurter online-Petition
Tempo 30 nachts

30. Oktober 2018



Tabu Tempolimit – Teil 1: Alsfeld innerorts


In unserer Stadt gab es im laufenden Jahr mehrfach schwere Unfälle zwischen Autos und Radfahrenden oder Zufußgehenden. So kam es auch gestern wieder zu einem Zusammenstoß, bei dem in der Altenburger Straße ein 75-jähriger Fahrradfahrer schwer verletzt wurde.

Ein einfacher und wirksamer Weg zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind geringere Geschwindigkeiten. In Alsfeld erlauben sowohl die besonderen Sicherheitserfordernisse als auch die besonderen Lärmschutzerfordernisse als auch die besonderen Erfordernisse der Luftreinhaltung eine stadtweite Einführung von Tempo 30 einschließlich der Hauptverkehrsstraßen!

Denn Tempo 30 rettet Leben: Unfallrisiko und Unfallschwere werden entscheidend gesenkt. Laut einer Studie der WHO würden von zehn angefahrenen Fußgängern neun überleben, wenn das Auto 30 Stundenkilometer fährt, aber nur drei, wenn sie von einem Auto mit Tempo 50 angefahren werden.

Bei Tempo 30 kommt es zu einem gleichmäßigeren Verkehrsfluss. Radfahrende und Autofahrende können stressfreier nebeneinander fahren, eine Straße lässt sich einfacher queren, die Kommunikation der einzelnen Verkehrsteilnehmer miteinander funktioniert besser. Die Komplexität des Verkehrs wird reduziert und ermöglicht es auch älteren Verkehrsteilnehmern, stressfrei unterwegs zu sein und Kindern, selbständig und sicher mobil zu werden.

Tempo 30 erhöht aber nicht nur die Sicherheit sondern auch die Lebensqualität. Mit der Geschwindigkeit der Fahrzeuge sinkt ihr Platzbedarf und lässt den schwächeren Verkehrsteilnehmern mehr Raum. Darüber hinaus trägt Tempo 30 zum Klimaschutz bei und senkt Schadstoffbelastung und Lärm. So nimmt das menschliche Ohr Tempo 30 statt Tempo 50 als Halbierung des Verkehrs wahr.

In Frankfurt wurde in einem großangelegten Verkehrsversuch 2015/16 festgestellt, dass die positiven lärm- und abgasreduzierenden und gesundheitsverbessernden Auswirkungen von Tempo 30 auf Hauptverkehrsstrecken immens sind. Trotzdem wurden die Tempo-30-Schilder nach Ende des Modellversuchs abmontiert und die Empfehlung der teuren, umfassenden Studie bis heute nicht umgesetzt. Die Initiative „Tempo 30 bei Nacht” tritt zurzeit mit einer online-Petition dafür ein, dass dieser Missstand in Frankfurt behoben wird. Auf diese Weise könnte Frankfurt eine Vorreiterrolle in Hessen übernehmen.
SIE können die Initiative mit Ihrer Unterschrift unterstützen!


•    Fachbroschüre „Wirkungen von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen” des Umweltbundesamtes
•    Positionspapier „Tempo 30” des VCD
•    Soforthilfe-Papier „Tempo 30” des VCD
•    Studie „Tempo 30 bei Nacht in Frankfurt
•    Frankfurter online-Petition „Tempo 30 nachts





The Human Scale

Der Mensch als Maßstab

18. Oktober 2018



Einladung zu Film und Gespräch: The Human Scale – Der Mensch als Maßstab


Wie wollen wir leben? Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen?

ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) Vogelsberg und
BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) Vogelsbergkreis
laden ein zum Film THE HUMAN SCALE – Der Mensch als Maßstab
mit anschließendem Gespräch ins Kinocenter Alsfeld
am Mittwoch, 24. Oktober 2018 um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Der Film THE HUMAN SCALE - Der Mensch als Maßstab ist der Einstieg in die Diskussion über unsere Stadt. Seit vielen Jahren stehen für den Architekten und Städteplaner Jan Gehl die Bewohner und ihre Lebensqualität im Mittelpunkt seiner visionären und revolutionären Arbeit. Jan Gehl und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, neues Leben in die Innenstädte zu bringen, sie wieder lebenswert zu machen. Mit Beispielen rund um die Welt wird Fachleuten und dem breiten Kinopublikum gezeigt, wie Innenstädte lebendig bleiben.

All das hat jede Menge mit Alsfeld und dem Vogelsberg zu tun, denn den guten Beispielen aus aller Welt ist eines gemeinsam: die Bürgerinnen und Bürger vor Ort haben mitgeplant und mitbestimmt. Die Alsfelder machen hier gerade einen Anfang mit dem Radbegehren und der Marktplatzneugestaltung. Außerdem ist demnächst Wahl in Hessen. Manch eine hoffnungsfrohe Partei hat die „Entwicklung des ländlichen Raums” groß im Programm stehen. Die Bürgerinnen und Bürger können dafür sorgen, dass konkrete Verbesserungen auch den Weg in den Koalitionsvertrag schaffen.

Alsfelder Marktplatz Variante 1
Planungsvariante 1

Alsfelder Marktplatz Variante 2
Planungsvariante 2

Alsfelder Marktplatz Variante 3
Planungsvariante 3
(Grafiken: BPG Biebertal)

6. Oktober 2018



Den Alsfelder Marktplatz neu denken


In der vergangenen Woche wurden im Rahmen der anstehenden Sanierung des Alsfelder Marktplatzes von dem beauftragten Planungsbüro drei Gestaltungsvarianten vorgestellt, die auch den Kirchplatz und den Bereich um den Schwälmer Brunnen umfassen.

Variante I entspricht einer Sanierung im gegenwärtigen Zustand, autogerecht mit fünfzig Parkplätzen. Bei Variante II wird den Menschen und der Gastronomie mehr Raum gegeben, es bleiben 29 Parkplätze. Die autofreie Variante III stellt mit Sitzgelegenheiten, Wasserspielen und Bepflanzung die Menschen und ihre Aufenthaltsqualität in den Mittelpunkt.

Die Kosten werden hauptsächlich von der Erneuerung der Versorgungsleitungen und der Pflasterung bestimmt; sie sind in allen drei Varianten ähnlich. Da der Schwälmer Brunnen ebenfalls saniert werden muss, wurde dessen Position in den Planungsvarianten zugunsten von Wahrnehmbarkeit und Gastronomie variiert.

Die Stadt Alsfeld lädt ihre Bürgerinnen und Bürger dazu ein, diese Varianten zu kommentieren und eigene Anregungen und Ideen zur weiteren Planung einzubringen. Im Folgenden finden Sie eine Blanko-Variante zur freien Gestaltung. Vergessen Sie den Schwälmer Brunnen nicht! Und wie stellen sich eigentlich Kinder ihren Alsfelder Marktplatz vor?

Rückmeldungen können Sie bis zum 19. Oktober 2018 per Email mit dem Betreff „Marktplatzgestaltung” an stadtplanung@stadt.alsfeld.de senden oder in Papierform direkt beim Bürgerbüro abgeben.

•    Blanko-Variante des Marktplatzes zur freien Gestaltung
•    Fachbroschüre „Straßen und Plätze neu denken” des Umweltbundesamtes
•    die Neugestaltung des Alsfelder Marktplatzes in der Presse





Dieselgate
www.dieselgate.info

27. September 2018



Ende der Märchenstunde


Derzeit hat eine Rechtsanwaltsgesellschaft im Radio einen märchenhaften Werbespot geschaltet. Darin bieten die Juristen den vom Diesel-Skandal betroffenen Pkw-Besitzern ihre Dienste an: www.dieselgate.info.





ADFC-Fahrradklima-Test 2018
ADFC-Fahrradklima-Test 2018

1. September 2018



Wie ist das Radfahren in unserer Stadt?


Heute startet die Umfrage zum ADFC-Fahrradklima-Test 2018. Der Fahrrad-Club ruft gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium dazu auf, die Fahrradfreundlichkeit der eigenen Stadt zu bewerten. Die bundesweite Umfrage hilft, Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung zu erkennen und darauf zu reagieren.

In diesem Jahr ist Familienfreundlichkeit des Radverkehrs das Schwerpunktthema. Bei der Online-Umfrage werden 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt - beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern freigehalten werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt.

An der Umfrage teilnehmen können alle, egal, ob sie jung oder alt sind, ob sie viel oder wenig Rad fahren, ob sie mit dem Rad zum Job pendeln oder lieber ins Grüne fahren – je vielfältiger die Teilnehmenden sind, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

Die Umfrage findet zwischen dem 1. September und dem 30. November 2018 über die Internetseite www.fahrradklima-test.de statt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach sechs Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

Ihre Beteiligung an der Umfrage ist eine gute Möglichkeit, der Alsfelder Politik wichtige Signale zur Verbesserung der Verkehrssituation in unserer Stadt zu senden.





Goldrad am Rathaus
Trendsetter: Alsfelds Bürgermeister

15. August 2018



Dienstwagencheck unter deutschen Regierungspolitikern


Erst vor wenigen Monaten hat sich die Bundesregierung vom selbst gesteckten Ziel verabschiedet, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. Die im Verkehrssektor insgesamt sogar ansteigenden CO2-Emissionen sind ein wesentlicher Grund dafür. Seit Jahren sinken die Spritverbräuche von Neufahrzeugen nur auf dem Papier, die realen Werte bleiben gleich oder steigen sogar an. Unbeirrt dieses umweltpolitischen Offenbarungseids setzen sich viele deutsche Regierungspolitiker weiter in spritdurstige Klimakiller. Dies zeigt der 12. Politiker-Dienstwagencheck der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Unter Berücksichtigung der realen Verbrauchswerte hält kein einziger Dienstwagen der 236 Befragten den CO2-Grenzwert der EU von 130 g CO2/km ein.

Im Vergleich der Bundesminister hat das Fahrzeug von Umweltministerin Svenja Schulze mit 200 g CO2/km den besten Wert eines Fahrzeugs ohne Dieselantrieb. Betrachtet man die Fuhrparke der Bundesministerien, reicht die Spanne von durchschnittlich 192 g CO2/km beim Innenministerium bis zu 231 g CO2/km beim Landwirtschaftsministerium. Die besonders geschützten Fahrzeuge der Bundeskanzlerin, der Verteidigungsministerin, des Finanz-, Innen- und Außenministers und des Bundespräsidenten werden „aus Sicherheitsgründen” nicht gewertet.

Beim Vergleich der Dienstwagenflotten der einzelnen Bundesländer ergeben sich große Unterschiede. Die Regierung von Bremen hat einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 177 g CO2/km. Im Vergleich dazu weist die Regierung von Hessen einen extrem hohen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 243 g CO2/km auf. Dies wird lediglich vom Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 246 g CO2/km übertroffen.

Dass der Verkehrssektor mit Vollgas eine Heißzeit beschleunigt, ist auf das rückgratlose Verhalten der Regierungen gegenüber einer Automobilindustrie zurückzuführen, die auf immer schwerere und stärker motorisierte Fahrzeuge setzt und Klimapolitik als Lippenbekenntnis verhöhnt. Diese Haltung ist dafür verantwortlich, dass Deutschland seine nationalen Klimaschutzziele nicht erreichen wird”, sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. Es mangele an politischem Willen, sich aus der Abhängigkeit von den Autokonzernen zu befreien und sich für reale Verbrauchswerte von Pkw sowie ambitionierte EU-Flottengrenzwerte einzusetzen, die nicht nur auf dem Papier existieren.

In der diesjährigen Dienstwagenumfrage enttarnt sich der angeblich klimafreundliche Plug-In-Hybrid als die Antriebsart mit der höchsten Abweichung zwischen offiziellem und realem CO2-Ausstoß. Anstatt diese Technologie zur Minimierung des Spritverbrauchs auszulegen und möglichst lange rein elektrisch gefahrene Strecken zu ermöglichen, werden diese Fahrzeuge fast ausnahmslos mit Verbrennungsmotor gefahren, wobei die in Oberklasse-Limousinen verbauten Plug-In-Hybride mehr CO2 emittieren, als konventionelle Verbrenner.

Trotz aller Kritik hält die Bundesregierung an der Subventionierung der schmutzigen Diesel-Technologie fest. Dazu wurde nun noch beschlossen, Plug-In Hybride mit Steuermilliarden zu fördern – ohne zu differenzieren, ob es sich um effiziente Fahrzeuge oder Klimakiller handelt. Selbst zwei Staatssekretäre aus dem Bundesfinanz- und Verkehrsministerium haben sich über den hohen Spritverbrauch ihrer Plug-In-Dienstwagen im tatsächlichen Einsatz beschwert”, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Entgegen dem Bundestrend hat unser Bürgermeister Stephan Paule bereits im Mai gegenüber der Presse erklärt: „In Alsfeld kann man alles gut mit dem Fahrrad erreichen. Wenn ich keine Termine habe, bei denen ich das Auto benötige, werde ich künftig auch zum Fahrrad greifen.





Schellengasse Alsfeld
Schellengasse Alsfeld

2. August 2018



Amtliche Messungen bestätigen deutliche Stickoxid-Überschreitungen in Alsfeld


Im Frühjahr dieses Jahres hatte die Initiative Alsfeld minus Fremdenverkehr im Rahmen einer Aktion der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Stickstoffdioxidmessungen vorgenommen. In der Alsfelder Schellengasse wurden besorgniserregende 53,5 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Das war in Hessen der höchste Messwert, der damit deutlich über dem gesetzlich zulässigen Höchstwert von 40 Mikrogramm (im Jahresmittel) liegt. Bei Experten und Umweltorganisationen ist dieser Grenzwert allerdings umstritten: sie weisen auf eine Gesundheitsgefährdung bereits bei 20 Mikrogramm hin. Darüber hinaus werden die amtlichen Messungen in drei Metern Höhe vorgenommen. Menschen, insbesondere Kinder, atmen weiter unten deutlich höhere Konzentrationen ein.

Auf unser alarmierendes Messergebnis hin, wurden in Alsfeld amtliche Messungen durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), Dezernat Luftreinhaltung und Immissionen, eingeleitet. Die ersten Messergebnisse des HLNUG bestätigen jetzt die deutliche Grenzwertüberschreitung. So wurden im Mai 50 Mikrogramm und im Juni 47 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft gemessen. Es handelt sich dabei um vorläufige Werte. Die Ergebnisse können durch Anpassungen am Jahresende noch geringfügig korrigiert werden. Das ändert aber nichts an den Grenzwertüberschreitungen und der Notwendigkeit, ins Handeln zu kommen.

Millionen unter giftigen Dieselabgasen leidenden Menschen in über 100 besonders belasteten Städten wurde von der Bundeskanzlerin vor einem Jahr eine schnelle Hilfe versprochen und plakativ vor der Bundestagswahl ein mit einer Milliarde Euro ausgestattetes Sofortprogramm präsentiert. Damit sollte schnell die Luftqualität so verbessert werden, dass Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vermieden werden können.

Doch die „Luftreinhaltepolitik” der Bundesregierung ist gescheitert. Das angekündigte „Sofortprogramm Saubere Luft” hat sich als heiße Luft erwiesen. Weiterhin bestimmen die Autokonzerne BMW, Daimler und VW die Richtlinien der Verkehrspolitik. Der Dieselkraftstoff wird immer noch mit Milliardenbeträgen subventioniert und technische Nachrüstungen werden von den Behörden aktiv behindert.

Ein wirksames Instrument zur Luftverbesserung ist die Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Städten und Kommunen. Hier hat die Alsfelder Stadtpolitik noch viel Luft nach oben: selbst eine einfache und kostengünstige Maßnahme wie die Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr wird so halbherzig betrieben, dass der Stadtkern und Schulen mit dem Fahrrad immer noch schwer erreichbar sind und es weiterhin keine durchgängige Route durch die Stadt gibt.





Three Billboards outside BMVI



Three Billboards outside BMVI

Three Billboards outside BMVI

Fotos: Robert Lehmann / DUH

19. Juli 2018



Three Billboards outside BMVI


Seit knapp drei Jahren schon kann sich das Bundesverkehrsministerium nicht entscheiden, die gesetzlich vorgeschriebenen Bußgelder in Höhe von mindestens 20 Milliarden Euro gegen die betrügerischen Dieselkonzerne zu verhängen. Nur wenige Stunden benötigte das Ministerium hingegen für die Entscheidung, gegen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit einem Polizeieinsatz samt Strafanzeige vorzugehen, nachdem die DUH das Ministerium plakativ zum Handeln aufgefordert hatte. Im Oscar-prämierten Kinofilm „Three Billboards outside Ebbing, Missouri” wurden die drei Billboards erst nach mehreren Wochen in Brand gesetzt. In der Berliner Realität der Nicht-Aufarbeitung des größten Industrieskandals der deutschen Nachkriegsgeschichte dauerte es nur wenige Stunden, bis die Billboards durch einen Polizeieinsatz entfernt wurden.

Am späten Nachmittag des gestrigen 18. Juli erreichte die DUH ein Anruf der Polizei: Wenn die am Morgen desselben Tages vor dem Verkehrsministerium aufgestellten Billboards nicht umgehend entfernt würden, würden diese durch die Polizei beschlagnahmt werden. Als eine Mitarbeiterin kurz danach vor Ort eintraf, waren die „Three Billboards outside BMVI” bereits durch die Polizei niedergerissen, eine zweiköpfige Polizeistreife bewachte sie bis zum polizeilichen Abtransport. Angebote der DUH, die Billboards selbst abzutransportieren wurden von der Polizei abgelehnt.

Auf Nachfrage bei den Polizisten vor Ort nach den Gründen für die Härte des Einsatzes und die Entfernung und den Abtransport der Billboards durch die Berliner Polizei erklärte diese, es handele sich um einen „Speziellen Fall” und man sei in der Nähe zum Ministerium. Zudem hieße es, es „sei eben auch die Umwelthilfe”.

Die DUH fragte nach, woher die Anordnung kam. Die Antwort der befragten Polizistin war, Kollegen hätten ihr gesagt, der Druck sei von ganz oben gekommen. Nachgefragt was dies heiße, sagte sie „soweit sie wisse, vom Minister selbst”.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch zeigt sich überrascht, wie schnell das Bundesverkehrsministerium und offensichtlich der Minister persönlich komplexe Sachverhalte im Dieselabgasskandal erfassen, analysieren und amtliche Sanktionen umsetzen könne. Es dauerte keine zehn Stunden, bis Anzeige erstattet und diese durch besonderen Druck auf die Polizei auch umgesetzt und im Rahmen eines Polizeieinsatzes drei Billboards niedergerissen wurden. Und selbst die Strafanzeige gegen den DUH Bundesgeschäftsführer ist bereits fertig und werde - so die Polizei - im Polizeirevier 31 bearbeitet.

Seit knapp drei Jahren – exakt 34 Monaten – bleiben hingegen die mit der Automobilindustrie eng verbundenen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und zuvor Alexander Dobrindt untätig, wenn es um die nach Bundesrecht zwingend vorgeschriebene Verhängung von 5.000 Euro Bußgeld pro Diesel-Pkw mit Abschalteinrichtungen angeht. Bis heute wurde kein einziges Bußgeldverfahren gegen die beim Betrug in mindestens vier Millionen Fällen überführten Hersteller Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel, Porsche, VW und FiatChrysler auch nur eingeleitet.

„Wer in Berlin drei Mal binnen zwei Jahren ohne korrekt abgestempeltes Nahverkehrsticket kontrolliert wird, dem droht eine Gefängnisstrafe. Wer bei Rot über die Ampel fährt, dem droht ein Monat Fahrverbot. Wer aber elf Millionen Käufer von Diesel-Pkw über Jahre hinweg, von einem selbst eingestandenen kriminellen Kartell gesteuert, vorsätzlich betrügt und arglistig täuscht, wer für 12.860 vorzeitige Todesfälle und 800.000 Erkrankungen mitverantwortlich ist, der muss in der Bananenrepublik Deutschland keine Strafe fürchten, obwohl 5.000 Euro pro Betrugsfall vorgeschrieben sind. Aber wer auf Billboards nach den Gründen der ministeriellen Untätigkeit und der Strafvereitlung im Amt fragt, dem antwortet der Minister mit Polizeiaktionen und dem Niederreißen der Billboards vor seinem Ministerium”, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Die DUH hatte gestern mit den Billboards ein Rechtsgutachten von Remo Klinger vorgestellt und damit belegt, dass die Bundesrepublik europarechtlich verpflichtet ist, angemessene und abschreckende Strafen bei illegalen Abschalteinrichtungen auszusprechen und diese pro Fahrzeug bei 5.000 Euro liegen. Die Antibetrugsbehörde von Frankreich fordert von seinen Autokonzernen über 18 Milliarden Euro Strafe wegen illegaler Abschalteinrichtungen, Deutschland hat noch nicht einmal entsprechende Bußgeldverfahren eingeleitet. Auch die EU-Kommission droht Deutschland wegen seiner Weigerung, gegen die Dieselkonzerne angemessene Geldbußen zu verhängen, mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

Dazu Rechtsanwalt Remo Klinger: „Die Rechtslage ist eindeutig. Die Verpflichtung zur Festsetzung von Bußgeldern von 5000 Euro pro Fahrzeug wird selbst durch das Bundesverkehrsministerium seit Jahren vertreten. Nur Konsequenzen werden nicht daraus gezogen. Entweder ist man zu feige oder zu verbunden mit den Unternehmen.”


Zum Rechtsgutachten zur Festsetzung von Geldbußen gegenüber Kraftfahrzeugherstellern wegen der Verwendung illegaler Abschalteinrichtungen





Umfrage ZOV
Noch Wünsche offen?
Quelle: ZOV

28. Juni 2018



Sind in Alsfeld noch Wünsche offen zum ÖPNV?


Der aktuelle Nahverkehrsplan des Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) in der Fortschreibung von 2014 besagt:

„Die Kernstadt Alsfeld ist über die Vogelsbergbahn an die Oberzentren Gießen und Fulda angebunden. Das bestehende Verkehrsangebot ist ausreichend. Auch die Anbindung der Stadtteile an die Kernstadt entspricht an allen Verkehrstagen den Mindestvorgaben, so dass in Alsfeld kein Handlungsbedarf zu konstatieren ist.”

Falls Sie als Bürgerinnen und Bürger doch noch Verbesserungsvorschläge haben, sind für die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes 2020 auch die Anmerkungen der Bevölkerung gefragt. Beispielsweise zu den Themen:
•    Neue Verbindungen und Linienführungen
•    Früheres oder späteres Fahrtenangebot und Taktungen
•    Fahrgastinformation
•    Barrierefreiheit
•    Fehlende Haltestellen, Haltestellenausstattung und -möblierung
•    Ausstattungsmerkmale der Fahrzeuge

Zur Umfrage „Fortschreibung des ZOV-Nahverkehrsplans 2020”
Zum aktuellen Nahverkehrsplan für den Bereich des ZOV (Fortschreibung 2014)
Zum offenen Brief von Alsfeld-Fremdenverkehr an den ZOV





Städtetag Positionspapier
Stadtraum als Lebensraum
Foto: www.pd-f.de / Croozer

22. Juni 2018



Städte fordern Verkehrswende:
Wir ersticken im Verkehr

Stau, Luftverschmutzung und kaum Platz vor lauter Parkplätzen: Der Deutsche Städtetag hat jetzt ein Positionspapier vorgelegt.

Der Sound der Stadt – den Bürgermeistern, die im Deutschen Städtetag organisiert sind, gefällt er nicht: So wie bisher gehe es definitiv nicht weiter, sagt Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. „Die Städte ersticken teilweise im Verkehr. Wir müssen hinkommen zu einer Verkehrswende, zu einer grundlegenden Umorientierung im Verkehr der Städte.”

Auf gut 30 Seiten haben die Städte aufgelistet, wie diese Neuorientierung aussehen soll – parteiübergreifend übrigens, denn es gehe nicht um Ideologie, sagt Markus Lewe, CDU-Oberbürgermeister von Münster und Präsident des Städtetages, sondern um entscheidende Fragen, die alle deutschen Städte betreffen: „Wie kriege ich die Verkehre vernünftig gesteuert? Wie kriege ich den Stadtraum wieder so, dass er wieder ein Lebensraum wird, wo eben nicht nur Blechhaufen rumstehen, sondern wo sich Menschen begegnen können?”

Wichtig sei außerdem eine andere Verkehrsplanung: Viele Straßen seien in den 1960er-Jahren so gebaut worden, um große Mengen an Autoverkehr dort abzuwickeln. Heute seien immer mehr Fahrradfahrer unterwegs. „Da muss der Raum natürlich auch anders aufgeteilt werden, auch zugunsten von Fahrradfahrern.”

Beim Kampf gegen zu hohe Stickoxidwerte in Städten plädiert Helmut Dedy dafür, das Verursacherprinzip durchzusetzen: „Mit jedem weiteren Gerichtsurteil wird klarer, dass Hardware-Nachrüstungen für ältere Dieselautos unumgänglich sind, um Fahrverbote zu vermeiden. Die Bundesregierung muss die Automobilindustrie zu Hardware-Nachrüstungen verpflichten, damit die Stickoxide in den Städten deutlich sinken. Und finanzieren müssen das die Autohersteller als Verursacher.”  Die Bundesregierung drücke sich vor Entscheidungen und lade das Problem einfach in den Rathäusern ab. Dabei werde es schon im Herbst zahlreiche Gerichtsurteile zu möglichen Fahrverboten geben.

Positionspapier des Deutschen Städtetags „Nachhaltige städtische Mobilität für alle”
Deutscher Städtetag: Essentials zum Thema Verkehr
Deutscher Städtetag: Zahlen und Fakten zum Thema Verkehr





Einbahnstrasse
Einbahnstraßenöffnung für den Radverkehr in beide Richtungen

10. Juni 2018



Schön wär's: In Alsfeld mit dem Rad zur Schule


Radfahren schont das Klima. Radfahren ist leise. Radfahren erzeugt keine Abgase. Radfahren hält gesund. Wer mit dem Rad einkauft, stärkt den Handel im Ort und trägt zur Belebung der Innenstadt bei. Wer mit dem Fahrrad zur Schule fährt, lernt, sich sicher im Verkehr zu orientieren. Es gibt viele Gründe, das Radfahren zu fördern. Das hat die Politik auch schon lange erkannt, aber in Alsfeld bislang noch nicht umgesetzt.

Eine der Möglichkeiten zur Förderung des Radverkehrs ist es, Radfahrende von Einbahnregelungen auszunehmen. Dies wurde von den meisten Städten im vergangenen Jahrzehnt in die Praxis umgesetzt. Denn der Radverkehr ist umwegempfindlich. So liegen sowohl die Stadtschule als auch die Albert-Schweitzer-Schule in ungeöffneten Einbahnstraßen und erschweren dadurch den Schulweg mit dem Rad. Auch die Erreichbarkeit der Altstadt ist für Radfahrende durch Einbahnstraßen behindert.

Die Entfernung zwischen Ludwigsplatz und der VHS Im Klaggarten beträgt zweihundert Meter. Bergab. Leider dürfen Radfahrende nicht in die Einbahnstraße Im Grund in Gegenrichtung fahren. Stattdessen müssen sie die überlastete und gefährliche B62 Schellengasse benutzen. Sie müssen die Gegenfahrbahn kreuzen, um in die Landgraf-Hermann-Straße einzubiegen und dann wieder Im Grund bergauf radeln – oder schieben – um zur VHS zu gelangen. Das ist unattraktiv. Stehen lange Umwege an und wird der Weg dadurch zu umständlich, zu steil oder zu weit, bleibt das Rad oft zugunsten umweltschädlicher Alternativen stehen.

Dabei gibt es in den meisten Fällen keinen sachlichen Grund, den Radverkehr der Verkehrsbeschränkung „Einbahn” zu unterwerfen. Weder Verkehrsberuhigung noch zu enge Straßen – das sind die häufigsten Gründe für Einbahnregelungen – betreffen das Radfahren. Der Radverkehr ist leise, abgaslos und braucht nur wenig Platz. Die Abwehrhaltung von Verkehrsbehörden gegen Einbahnstraßenöffnung verfolgt das Ziel, den Fluss des Kraftverkehrs zu optimieren und Parkplätze zu schaffen. Verkehrsbeschränkungen aus diesen Gründen sind aber nach § 45, Absatz 9 StVO unzulässig.

Darüber hinaus gehen die Unfallzahlen durch die Freigabe von Einbahnstraßen für den Radverkehr sogar zurück. Die Erfahrungen anderer Städte haben gezeigt, dass sich die Verkehrsteilnehmer selbst auf engstem Raum arrangieren. Dazu genügen gelegentliche Ausweichstellen.

Die Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung von Amthof, Eduard-Becker-Straße, Im Grund, Mainzer Tor, Roßmarkt, Sackgasse, Schillerstraße, Schützenrain, Soldanstraße, Untere Fuldergasse, Untergasse und Volkmarstraße ist eine längst überfällige, kostengünstige Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung von Alsfeld.





zu-fuss-zur-schule.de
Zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule

5. Juni 2018



Elterntaxi stehenlassen!


Ab sofort rufen das Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD Schulen und Kindergärten dazu auf, sich zu den Aktionstagen „Zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule und zum Kindergarten” anzumelden. Während der Aktionstage zu Beginn des kommenden Schuljahres sollen möglichst viele Kinder zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zur Schule oder in den Kindergarten kommen. Wer teilnehmen will, kann sich auf der Webseite www.zu-fuss-zur-schule.de eintragen und erhält im Anschluss Informationen und Spielideen.

„Kommen Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule oder in die Kita, lernen sie, sich sicher im Verkehr zu bewegen und bekommen Freude am Laufen oder Radeln. Sie entdecken ihre Umgebung selbstständig, sammeln Energie für den Tag und können sich in der Schule besser konzentrieren. Mit den Aktionstagen wollen wir Eltern, Schulen und Kitas dazu ermuntern, Kindern diese Erfahrungen auf spielerische Weise zu ermöglichen”, sagt Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Gute Beispiele gibt es aus den vergangenen Jahren zuhauf: So können Schulen und Kitas zum Beispiel Laufbusse organisieren. Hierbei werden an unterschiedlichen Stellen vor Ort Haltestellen vereinbart, an denen sich die Kinder aus der Nachbarschaft verabreden und gemeinsam zur Schule gehen können. Auch das Sammeln von „Laufpunkten” für jeden zu Fuß zurückgelegten Weg, auf den Boden gemalte Spiele oder selbstgemachte Aufkleber zur Kennzeichnung des Schul- und Kitaweges motivieren die Kinder, zu Fuß zu gehen.

Marion Laube vom VCD sagt: „Die Autofahrt mit dem Elterntaxi bis direkt vor das Schultor wird oft mit der Unsicherheit des Schulweges begründet. Dabei müssen sich Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, darüber im Klaren sein, dass sie genau damit unübersichtliche und gefährliche Situationen für alle Kinder hervorrufen. Gleichzeitig schaden Lärm und giftige Abgase aus dem Autoverkehr den Kindern. Wer seinen Kindern wirklich etwas Gutes tun will, der lässt das Elterntaxi stehen.”





Weltfahrradtag
Erster UN-Weltfahrradtag
Quelle: www.pd-f.de / World Bicycle Relief

3. Juni 2018



Erster UN-Weltfahrradtag


Mit dem heutigen Weltfahrradtag betonen die Vereinten Nationen die Bedeutung des Fahrrads für die Gesundheit der Menschen, die Lebensqualität in den Städten und das Klima weltweit.

Allerdings ist Deutschland weit davon entfernt, ein fahrradfreundliches Land zu sein. Die Überzeugten fahren trotz widriger Infrastruktur – auf diese Weise kann aber nicht gewonnen werden, wer sich gefahrlos fortbewegen möchte. Anders als in den Niederlanden und Dänemark werden hier die Städte noch nicht vom Rad aus neu gedacht. Das deutsche Denken und politische Handeln ist auf eine ungesunde Weise vom Autofahren dominiert.

In der Stadt Alsfeld werden Radfahrende an den Rand der Fahrbahn oder auf Gehwege gedrängt. Allerdings werden Menschen so nicht aus dem Auto auf das Rad gelockt, und man vertut damit die Chance auf Stau-, Stress- und Schadstoffentlastung.





Falschparker-Aktionswoche
Falschparker-Aktionswoche

27. Mai 2018



Falschparker-Aktionswoche vom 28. Mai bis zum 3. Juni 2018


Die Initiative Clevere Städte und der ökologische Verkehrsclub VCD rufen zur ersten bundesweiten Falschparker-Aktionswoche auf. Ziel der Aktionswoche ist es, auf die Gefahr des Falschparkens für Fußgänger und Radfahrer aufmerksam zu machen und höhere Bußgelder für gefährliches Falschparken zu erreichen. In der kommenden Woche sollen möglichst viele Menschen in ganz Deutschland für freie Rad- und Fußwege in ihren Städten eintreten. Die Aktivitäten können dabei von Gesprächen mit Menschen, die falsch parken, über das Kennzeichnen falschparkender Autos mit gelben Karten, bis hin zur Anzeige von Falschparkern reichen.

Wenn auf den Fahrbahnen des Kraftverkehrs häufig Fußgänger, Fahrräder oder Busse für längere Zeit stehen würden, würde dies erhebliche Behinderungen des Stadtverkehrs mit sich bringen.

Umgekehrt steht jedoch eine große Anzahl Kraftfahrzeuge auf den Verkehrsbereichen der Fußgänger, Radfahrer und des öffentlichen Nahverkehrs. Das hat negative Folgen: Alle anderen Verkehrsmittel werden behindert und gefährdet. Rollstuhlfahrer kommen nicht ohne Hilfe weiter, weil Bordsteinabsenkungen oder Kreuzungsbereiche zugeparkt sind. Radfahrer werden auf den Fußweg oder die Fahrbahn gelenkt, weniger sichere Verkehrsteilnehmer verzichten gleich ganz aufs Fahrrad und besorgte Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto direkt in die Schule, weil der Weg zu Fuß nicht sicher ist.

Das Platzproblem des motorisierten Individualverkehrs wird so zum Problem aller Verkehrsteilnehmer.


Weitere Informationen und Aktionsideen: www.vcd.de/freie-wege
Übersicht zu den Aktionen in einzelnen Städten: www.wegeheld.org/freie-wege
Gelbe Karten zum Kennzeichnen von Falschparkern bestellen.





Alsfelder Radbegehren
Alsfelder Radbegehren

25. Mai 2018



Alsfelder Radbegehren


Alle reden über Staus, über schlechte Luft und zu viel Lärm in den Innenstädten. Dabei ist eine Lösung für all diese Probleme seit 200 Jahren bekannt: das Fahrrad. Mit Ihrer Unterschrift können Sie bis zum 30. Juni die Forderungen des Alsfelder Radbegehrens unterstützen:

1. Sichere Radwege für alle, auch für Kinder und ältere Menschen
2. Sicheres Radfahren auf dem Weg zur Schule
3. Durchgehendes innerstädtisches Radverkehrsnetz
4. Kreuzungen werden für den Fuß- und Fahrradverkehr sicher
5. Öffnung der Einbahnstraßen für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung
6. Deutlich mehr Fahrradparkplätze
7. Schmale Straßen in Spielstraßen und Tempo 10-Bereiche umwandeln
8. Mehr Geld für den Fuß- und Fahrradverkehr

Die ausführlichen Forderungen des Radbegehrens finden Sie hier.

Hier können Sie Unterschriftenlisten runterladen.
Hier können Sie online unterschreiben (und kommentieren).


Fahr-Radikal!
Fahr-Radikal!, arte

Biking Boom
Biking Boom, arte

19. Mai 2018



Fahrradkultur auf arte


Das Fahrrad ist weit mehr als nur ein Transportmittel. Es ist Lebensstil, Protestmittel, Kunstobjekt. Vor über 200 Jahren wurde es von Karl von Drais erfunden und hat sich seitdem von der kuriosen Laufmaschine zum demokratischsten aller Fortbewegungsmittel gemausert. Auf arte berichtet Fahr-Radikal! von der Wiedergeburt der Fahrradkultur und wie die Biker den Asphalt zurück erobern. Biking Boom widmet sich den pulsierenden und vielfältigen Biker-Szenen europäischer Metropolen. Viel Spaß!




amtliche NO2-Messung
Messstation Schellengasse Alsfeld

15. Mai 2018



Offizielle amtliche Stickstoffdioxidmessung in der Alsfelder Schellengasse


Genau an der Stelle in der Schellengasse, an der wir von Alsfeld minus Fremdenverkehr im Februar im Rahmen der Stickstoffdioxid-Messaktion der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unsere Messröhrchen angebracht hatten, werden jetzt offizielle amtliche Messungen vorgenommen. Die Probennahme wird für mindestens ein komplettes Jahr vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), Dezernat Luftreinhaltung und Immissionen, durchgeführt und monatlich ausgewertet. Für die Untersuchung werden die gleichen Passivsammler verwendet wie bei unserer Messung, die vom gleichen Labor in der Schweiz ausgewertet werden. Dadurch ist eine gute Kontinuität der Messung gewährleistet.





Radfunk
Seit Dienstag auf Sendung:
Radfunk auf Deutschlandfunk

13. Mai 2018



Radfunk auf Deutschlandfunk


Im Schwerpunkt „Radfunk” schenkt der Deutschlandfunk zweimal wöchentlich dem Drahtesel besondere Aufmerksamkeit: Es geht um die großen Themen wie fahrradgerechte Städte, aber genau so um praktische Tipps und Tricks rund ums Rad: Welche Missverständnisse gibt es bei den Verkehrsregeln? Wie vermeidet man klassische Gefahrensituationen? Und: Darf man eigentlich mit Kopfhörern fahren? Wir lernen praktische Life-Hacks kennen und erfahren, wie man mit Kindern am sichersten durch die Stadt gelangt. Zu Wort kommen Unfallforscher, Stadtplaner, Polizisten, Verkehrswissenschaftler - und natürlich Radfahrerinnen und Radfahrer.     Zur Sendung ...





Geisterrad
Geisterrad erinnert an Radtoten
Quelle: ADFC


sichere Kreuzung
Sichere Kreuzung
Quelle: dasfahrradblog.de

10. Mai 2018



Zwei durch Lkw getötete Radfahrerinnen am Tag sind zu viel!


Die Zahl der durch Lkw getöteten Radfahrenden steigt seit Jahren bedenklich an. Allein am vergangenen Montag wurden zwei Radfahrerinnen von Lkw überrollt und getötet: in München ein 9-jähriges Mädchen, in Hamburg eine 32-jährige Frau.

Hauptverursacher von Radfahrunfällen mit Todesfolge sind Lkw, die beim Abbiegen den Vorrang von Radfahrern missachten. Dabei nimmt der Straßengüterverkehr in den Städten rasant zu. In Alsfeld kommt der Park-Tourismus von Lkw hinzu. In der Folge ist die Sicherheit von Radfahrenden im Straßenverkehr stark gefährdet. Besonders Kreuzungen werden für langsam Radfahrende, ältere Menschen und Kinder zur gefährlichen Falle. Die Prüfgesellschaft DEKRA weist darauf hin, dass sich besonders viele Unfälle mit Lkw ereignen, weil diese Fahrzeuge durch häufige Fahrerwechsel oft nicht richtig eingestellte Spiegel haben oder diese verdreckt oder sogar abgefahren sind. Auch dem Zeitdruck vieler Fahrender kommt eine zentrale Bedeutung zu.

Die EU-Kommission stellt am 16. Mai ihre neue Verkehrssicherheitsagenda vor. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert Bundesverkehrsminister Scheuer mit Nachdruck auf, Lkw-Abbiegeassistenten in die Agenda mit aufzunehmen. In der „General Safety Regulation” sind Lkw-Fahrassistenzsysteme bisher nicht vorgesehen, obwohl laut Unfallforschung der Versicherer (UDV) hierdurch rund 60 Prozent der schweren Unfälle durch abbiegende Lkw verhindert werden könnten. Außerdem fordert der ADFC, am Bundesverkehrsministerium eine Task Force „Prävention von Radunfällen durch abbiegende LKW” einzurichten.

Auf kommunaler Ebene kann das Problem durch die Absicherung der Kreuzungen angegangen werden. Dazu gehören der zeitliche und räumliche Vorrang des Fuß- und Radverkehrs vor dem Kraftfahrzeugverkehr durch Ampelschaltung und ausreichend große und sichtbare Warteflächen.

www.radentscheid-frankfurt.de
www.radentscheid-frankfurt.de
 
www.radentscheid-darmstadt.de
www.radentscheid-darmstadt.de

Besseres Radfahren in den Städten
hr-info, 1.Mai 2018

30. April 2018



Radentscheide in hessischen Städten


In einigen hessischen Städten – darunter Frankfurt, Darmstadt und Kassel – wollen Bürgerinitiativen mehr und sicherere Radwege durchsetzen. Sie haben sich für den Weg des Bürgerentscheids entschlossen: einen Radentscheid.

Die Forderungskataloge der Radentscheide umfassen neben sicheren Radwegen durchgehende Radtrassen, sichere Kreuzungen, mehr Fahrradstellplätze, Bordsteinabsenkungen und eine effektive Mängelbeseitigung. Dass die Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben werden, muss in all diesen Städten nicht mehr gefordert werden: Es ist bereits eine Selbstverständlichkeit. Davon können wir in Alsfeld nur träumen.

Ein Bürgerentscheid, der die erforderliche Mehrheit erhalten hat, hat die Wirkung eines endgültigen Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung und muss demzufolge von der Stadtverwaltung umgesetzt werden. Damit es zu einem Bürgerentscheid kommt, müssen in einem Bürgerbegehren Unterschriften gesammelt werden. Diese Unterschriftensammlung ist in Frankfurt in vollem Gange, in Darmstadt wird sie heute mit deutlich mehr als den erforderlichen Unterschriften abgeschlossen. Damit ist dort die Voraussetzung erfüllt, dass es z.B. im Rahmen der Landtagswahl im Oktober zum Radentscheid kommen kann.

mit-dem-rad-zur-arbeit.de


mit-dem-rad-zur-arbeit.de
Mit dem Rad zur Arbeit, Quelle: AOK

22. April 2018



Glücklicher Pendeln – mit dem Fahrrad!


Fahrrad und E-Bike liegen im Trend – auch auf dem Weg zur Arbeit. Der Anteil der Berufstätigen, die zur Arbeit radeln, hat sich in den letzten Jahren von 9 auf 11 Prozent erhöht. Arbeitnehmer, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, sind durchschnittlich zwei Tage pro Jahr weniger krank, schlanker und glücklicher als solche, die das Auto wählen.

Aber Menschen sind „Gewohnheitstiere”, die ein einmal antrainiertes Verhalten nur schwer wieder ablegen. Dazu gehört auch, morgens routinemäßig ins Auto zu steigen. Mit allen bekannten Nachteilen für Gesundheit und Umwelt.

Zwar ist das Auto für die Arbeitswege immer noch dominant, aber immer mehr steigen auf die gesunde und umweltfreundliche Alternative um. Mittlerweile fahren sogar mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit, als mit Bus und Zug. Auch die Zahl der „Kombinierer” wächst: Also derer, die die erste oder letzte Meile mit dem Rad fahren und für die Hauptstrecke die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Und nicht zuletzt: Die auf dem Rad zurückgelegten Strecken werden länger.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die AOK locken seit 2001 Autofahrerinnen und -fahrer mit ihrer Sommer-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit”. Ab sofort kann man sich wieder anmelden: www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de





keine-gigaliner.de
www.keine-gigaliner.de

13. April 2018



Gefahr Gigaliner


An jedem fünften tödlichen Unfall in Deutschland ist ein Lkw beteiligt. Je größer und schwerer, desto gravierender die Unfallfolgen. Für Radfahrer und Fußgänger ist das Risiko besonders hoch.

Seit dem 1. Januar 2017 dürfen Gigaliner im Dauerbetrieb in Deutschland fahren. Gigaliner sind bis zu 44 Tonnen schwer und 6,5 Meter länger als normale Lkw. Die Zulassung ist umstritten, denn die Riesen-Lkw sind gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer, schlecht für unsere Umwelt und teuer für den Steuerzahler. Laut einer Forsa-Umfrage sind zwei Drittel der Deutschen gegen Gigaliner. Am 18. April entscheidet das Verwaltungsgericht über die Klage „Gigaliner EU-rechtswidrig” eines Bündnisses verschiedener Umweltverbände.

Auf der Plattform www.keine-gigaliner.de finden Sie weitere Informationen und können eine Protestmail abschicken.

Das Hintergrundpapier zu Gigalinern, die Forsa-Umfrage und die Klageschrift sind hier hinterlegt.





AGNH
Nahmobilität in Hessen
Quelle: mobileshessen2020.de

8. April 2018



Fördermöglichkeiten für Alsfelds Verkehrswende

Auf Landes- und Bundesebene hat die Politik bereits erkannt, dass attraktive Städte eine Grundvoraussetzung für eine hohe Lebensqualität sind. Zu lebenswerten Städten gehört der Wandel hin zu menschenfreundlicher Mobilität. Für eine nachhaltige Verkehrswende wurden finanziell gut ausgestattete Förderprogramme aufgelegt. Der politische Stellenwert alternativer Verkehrskonzepte wird in dem Video des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung hervorgehoben.

Alsfeld hat inzwischen Uwe Eifert zum Radverkehrskoordinator ernannt. Die Stadt ist Mitglied sowohl bei der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) als auch beim Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK). Im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP 2020) informiert eine interaktive Förderfibel über die aktuellen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten des Bundes und der Länder zum Radverkehr. Dazu gehören z.B. auch Radwege an Bundes- und Landesstraßen. Es könnten Vorbild-Projekte gefördert werden, die auf andere Städte und Regionen übertragbar sind. Alsfeld kann so Modellstadt für eine zukunftsweisende Verkehrsgestaltung werden. Jetzt sind wir Bürgerinnen und Bürger und unsere Politikerinnen und Politiker am Zuge, diese Chancen zu nutzen.





NO2-Anteile
NO2-Anteile im Stadtverkehr
Quelle: Umweltbundesamt, 2017

29. März 2018



Zuviel Stickoxid in Alsfelds Luft

Mit Plakaten und Atemschutzmasken machen die Alsfelder Umweltverbände die Bürgerinnen und Bürger darauf aufmerksam, dass sich die enorm hohe Stickoxidbelastung nicht nur in Großstädten und den Medien abspielt, sondern ein ernst zu nehmendes Problem ihrer Atemluft ist.

Laut einer Studie des Bundesumweltamtes sind die Hauptverursacher der Stickoxidbelastung Diesel-Pkw. Eine deutliche Mehrheit von 83 Prozent der Bevölkerung in Deutschland spricht sich dafür aus, dass die neue Bundesregierung die Autohersteller zu einer Nachrüstung von Dieselfahrzeugen verpflichtet. Die von dem Abgasskandal betroffenen Pkw sind auf Herstellerkosten so nachzurüsten, dass diese die geltenden Abgasgrenzwerte auch im Alltagsbetrieb einhalten. Das beschränkt die unausweichlichen Diesel-Fahrverbote auf möglichst wenige Fahrzeuge und schafft zudem nachhaltige Arbeitsplätze im Hinblick auf zukunftsweisende Antriebstechnologien und Abgasreinigungsanlagen.

Lkw der Euro-5- und Euro-6-Klassen gelten wegen der Nutzung des schadstoffhemmenden Zusatzes „AdBlue” als stickoxidärmer als Diesel-Pkw. Allerdings sind bei vielen osteuropäischen Lkw die AdBlue-Anlagen aus Kostengründen gesetzeswidrig abgeschaltet (ZDFzoom „Die Lüge vom sauberen Lkw”). Diese Manipulation führt dazu, dass die Lkw auf das veraltete Euro-1-Niveau sinken und so zu einer enormen Stickoxidbelastung beitragen. Da die Lkw fälschlich in einer günstigeren Mautstufe veranlagt sind, findet außerdem ein Mautbetrug in dreistelliger Millionenhöhe statt. In Polen werden Lkw auf Manipulationen ihrer AdBlue-Anlagen kontrolliert, in Deutschland jedoch nicht. Was Kontrollen, Bußgelder und Tempolimits angeht, kann Deutschland viel Gutes von seinen Nachbarn lernen.

Durch Alsfeld fahren pro Tag durchschnittlich weit über 12000 Autos und 1000 meist ortsfremde Lastwagen. Dabei hat die Stadt eine Umfahrungsstraße: die Autobahn A5 mit je einer Anschlussstelle im Osten und im Westen von Alsfeld. Der Verkehr muss nur dorthin geleitet werden. Derzeit dienen jedoch umgekehrt die Straßen in Alsfeld als Mautvermeidungs- und Entlastungsstrecken für die Autobahn im Staufall. Da besteht großer Handlungsbedarf zum Wohle der Anwohner.

Auch gibt es auf der A5 entlang der Stadt weder Lärmschutzmaßnahmen noch ein Tempolimit. Diese einfachen und wirksamen Maßnahmen würden sowohl das autobahnnahe Schulzentrum als auch die Kernstadt Alsfeld von Lärm und Abgasen entlasten. Hier wird die Gesundheit der Bevölkerung der freien Fahrt geopfert.

Die Stadt Alsfeld verschärft mit ihrer autofokussierten Verkehrspolitik die Probleme, die sie eigentlich lösen sollte. Dabei können ausgerechnet Städte den verkehrspolitischen Unterschied machen insbesondere bei der Umsetzung nachhaltiger urbaner Mobilitätsstrategien. In einer Kleinstadt wie Alsfeld, in der viele Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu meistern sind, sollten diese umweltfreundlichen und gesundheitsfördernden Fortbewegungsarten gestärkt werden.

Wir brauchen nicht mehr Straßen und mehr Parkplätze, wir brauchen weniger Verkehr. Weniger Verkehr erreicht man mit angemessenen Kosten, umverteiltem Raum und attraktiven Alternativen. Es gibt hilfreiche Handlungsoptionen, jetzt ist politischer Umsetzungswillen gefragt.





Abgasalarm
Sechzig mal in Hessen Abgasalarm


Messergebnis-Karte
Interaktive NO2-Deutschlandkarte
Weit über Grenzwert: Alsfeld

22. März 2018



Stickoxide in Alsfelds Luft

Die Grenzwerte für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) wurden im vergangenen Jahr an knapp zwei Drittel der 247 verkehrsnahen Messstellen in Deutschland überschritten. Hauptursache für die hohe NO2-Belastung der Luft sind Diesel-Fahrzeuge. Euro-5- und Euro-6-Diesel halten die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Stickoxide nur im Labor ein. Auf der Straße stoßen sie ein Vielfaches mehr aus.

In Deutschland schreibt der gesetzliche Jahresmittelgrenzwert zu Stickstoffdioxiden zum Schutz der menschlichen Gesundheit eine durchschnittliche Belastung von weniger als 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft vor. Für Pflanzen gilt der Richtwert von 30 Mikrogramm im Jahresmittel. Den Menschen wird damit eine höhere Belastung als Pflanzen zugemutet.

Unter Einsatz von mehr als fünfhundert Passivsammlern wurde vom 1. Februar bis zum 1. März 2018 abseits offizieller Messstellen die Luftgüte geprüft, auch in kleineren Städten und Gemeinden. Bei Luftqualitätsmessungen in Alsfeld wurden an der Alicestraße eine Belastung von 27,6 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ermittelt und an der Schellengasse Ecke Ludwigsplatz eine Belastung von 53,5 Mikrogramm.

Die eingesetzten Passivsammler sind kleine Röhrchen, in denen Stickstoffdioxid chemisch gebunden wird. Die Auswertung der Messröhrchen erfolgte durch das Schweizer Analyselabor Passam AG und erfüllt die EU-Richtlinien in Bezug auf Messgenauigkeit. Die Messwerte bilden den Durchschnittswert über den Zeitraum der Messaktion ab. Dieser liegt erfahrungsgemäß nahe am Jahresdurchschnitt.
 
Stickoxide sind giftig und stark gesundheitsschädlich. Viele hunderttausend Menschen, die an stark befahrenen Straßen wohnen, dort zur Schule oder zur Arbeit gehen, leiden unter dem Dieselabgasgift. Es reduziert die Lungenfunktion, schädigt die Schleimhäute und führt zu Asthma und Atembeschwerden, Husten und gereizten Augen. Die schädliche Wirkung anderer Schadstoffe wie etwa Feinstaub wird durch die eingeschränkte Immunaktivität noch verstärkt und die Entwicklung von Allergien gefördert. In Regionen mit Stickoxidbelastung ist eine Zunahme von Herz-Kreislauferkrankungen sowie eine höhere Sterblichkeit nachgewiesen. Nach neuesten Studien des Bundesumweltamtes gilt dies bereits bei geringen Konzentrationen.

Gerade Kinder, egal ob als Fußgänger oder im Fahrradanhänger, sind wegen ihrer Größe und des geringen Abstandes zum Auspuff besonders gefährdet. Sie können Lungenschäden für ihr ganzes Leben davontragen. Kleinkinder atmen fünfmal mehr belastete Luft als Erwachsene, beim Toben auf dem Spielplatz sogar bis zu zwanzigmal mehr.

Aufgrund des hohen Gefährdungspotenzials sollten in Alsfeld umgehend Maßnahmen zur Senkung der Stickoxidbelastung durchgeführt werden. Kurzfristig realisierbare Maßnahmen sowie verfügbare Fördermöglichkeiten werden ausführlich in der Arbeitshilfe „Saubere Luft” des ADFC beschrieben.
Behördliche Erhebungen müssen nun die eingeleiteten Messungen fortsetzen, um den Bürgerinnen und Bürgern gerichtsfeste Daten an die Hand zu liefern.

Die interaktive Karte mit allen bislang bekannten Orten gesundheitsbelastender NO2-Werte in der Atemluft finden Sie hier.

Eine Aufstellung aller Messwerte Hessens finden Sie hier.

Ludwigsplatz
Ludwigsplatz Alsfeld

tagesthemen
Stickoxide auch in niedrigen Dosen schädlich, tagesthemen, 21.2.18

21. Februar 2018



Urteil zu Diesel-Fahrverboten

Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig entscheidet in diesen Tagen über die Zulässigkeit von Diesel-Fahrverboten in deutschen Städten. Stark belastete Luft – auch in Alsfeld werden derzeit Stickstoffdioxid-Messungen vorgenommen – und einschränkende Maßnahmen hätten vermieden werden können, wenn Verkehrs- und Städteplaner früher auf die Förderung von Alternativen zum Auto gesetzt hätten. In Dänemark und den Niederlanden wird seit Jahrzehnten zugunsten von Rad, Fuß und ÖPNV umgesteuert. Dagegen werden hierzulande die Manipulationen der Automobilindustrie von den Regierungsparteien wohlwollend unter den Teppich gekehrt und Gerichte müssen über Maßnahmen für bessere Luft und Lebensqualität entscheiden.

Bereits 2008 zeigte die Studie des Bundesverkehrsministeriums „Mobilität in Deutschland”, dass etwa 50 Prozent der Autofahrten kürzer als 5 Kilometer sind. Etwa 25 Prozent sogar kürzer als 2 Kilometer. Das bedeutet: Jedes vierte Auto auf der Straße ist weniger als 2000 Meter unterwegs. Wir benutzen das Auto also selten für Fahrten über größere Distanzen und mit viel Gepäck, sondern in geradezu absurdem Ausmaß für Abstecher um die nächste Ecke.

Auch in Alsfeld ist für Wege zum Einkauf, zur Schule, zum Rat- oder Schützenhaus das Auto das Verkehrsmittel der Wahl. Um das zu ändern müssen einladende Verhältnisse für den Umstieg auf das Fahrrad, den Fußweg, den ÖPNV geschaffen werden, in erster Linie sichere Verkehrswege.


Quelle: tagesschau.de
gestern: Autos in den USA - nicht immer die große Liebe
tagesschau zur Auto-Show in Detroit, 14.1.18
 
Quelle: arte
heute: Am Beispiel Gents
aus Re:Lieferwahnsinn, arte, 8.12.17

1. Februar 2018



Hohe Attraktivität autofreier Innenstädte


Gesundheit und Lebensqualität spielen im Wertekanon moderner Stadtbewohner eine zunehmende Rolle. Städte, die sich im Wettbewerb um kluge Köpfe und Arbeitskräfte befinden, sollten sich vor diesem Hintergrund zu Dienstleistern für Daseins- und Lebensqualität entwickeln. Gerade Städte können einen verkehrspolitischen Unterschied machen bei der Umsetzung nachhaltiger urbaner Mobilitätsstrategien. Dafür brauchen sie politisch Handelnde mit klaren Zielvorstellungen, die die Bürgerinnen und Bürger in die Umsetzung politischer Strategien einbeziehen.

Beispiele von Städten in den USA gestern (Audio) und Gent heute (Video) verleihen der Attraktivität autofreier Innenstädte für die Menschen Nachdruck. Bessere Luft, weniger Lärm, mehr Grün und die Gewissheit, nicht überfahren zu werden, machen Lebensqualität in der Stadt aus.



Noch bis Ende des Sommers 2018 kann beim VCD kostenfrei die Toolbox #StrasseZurueckerobern angefordert werden, mit der die Straße als öffentlicher Lebensraum wiederentdeckt werden kann.

laerm.hessen.de
Lärmkarte Alsfeld
Quelle: Lärmviewer Hessen

15. Januar 2018



Öffentlichkeitsbeteiligung am Lärmaktionsplan

Leider gibt es keine weißen Flecken auf der Alsfelder Lärmkarte.

Im Rahmen der 3. Runde der Lärmaktionsplanung Hessen hat das Regierungspräsidium Gießen Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Verbände, Organisationen und Interessengemeinschaften aufgerufen, bis zum 31. Januar 2018 Anregungen und Vorschläge zu Lärmminderungsmaßnahmen vorzubringen.





DUH.de
Quelle: Deutsche Umwelthilfe

10. Januar 2018



Decke auf, wo atmen krank macht!

Das zunehmende Verkehrsaufkommen hat starken Einfluss auf Gesundheit und Lebensqualität. Allein durch die Belastung unserer Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) sterben jedes Jahr 12.860 Menschen in Deutschland vorzeitig.

Laut Deutscher Umwelthilfe ist das amtliche Messnetz für das Dieselabgasgift NO2 mit 247 verkehrsnahen Messpunkten in Deutschland löchrig wie ein Schweizer Käse. Denn nicht nur in Stuttgart, München oder Berlin ist die Luft mit Stickstoffdioxid belastet: Viele hunderttausend Menschen, die an stark befahrenen Straßen wohnen, zur Schule oder zur Arbeit gehen, leiden unter dem Dieselabgasgift.

Die Deutsche Umwelthilfe möchte mit ihrer Aktion „Decke auf, wo atmen krank macht” an 500 bisher nicht untersuchten Orten und Stadtteilen einen ganzen Monat lang die Luftqualität messen.

Bis zum 21. Januar 2018 konnte der Deutschen Umwelthilfe mitgeteilt werden, wo die Luft durch zu viel Verkehr verpestet ist. Mehr unter www.duh.de/abgasalarm/

Vom 1. Februar bis zum 1. März 2018 wird in Alsfeld die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxiden gemessen.     mehr ...